Insolvenzen

Dies ist nun dem bisherigen Chef-Justiziar von Babcock Borsig, Dr. Georg Peter Cornelius Kränzlin, widerfahren. Der 49-jährige ehemalige Anwalt der Bremer Kanzlei Ahlers & Vogel war bereits im März 2003 in den Vorstand des insolventen Oberhausener Anlagenbauers berufen worden. Dort war er zuständig für die Bereiche Personal, Recht und Mergers & Acquisitions. Seit dem 1. April fungiert er als Alleinvorstand und wird sich der Abwicklung der schon abgeschlossenen Unternehmenskaufverträge, der Überprüfung der angemeldeten Gläubigerforderungen und der unternehmerischen Begleitung der nicht-insolventen Unternehmen bis zu einem späteren Verkauf widmen, teilte Kränzlin mit. Kränzlin folgt dem Düsseldorfer Insolvenzverwalter Horst Piepenburg (Piepenburg – Gerling), der Babcock Borsig als Vorstandsvorsitzender und so genannter Eigenverwalter bis Anfang des Jahres geführt hatte. Zudem vereinbarungsgemäß den Vorstand verlassen hat der seit Juli 2002 für Finanzen verantwortliche Görg-Partner Dr. Helmut Balthasar. Der Sanierungsspezialist nimmt seine Tätigkeit in der Kanzlei nun wieder in vollem Umfang wahr.

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Die von dem Filmproduzenten Jan Mojto gehaltene EOS Distribution GmbH hat aus der KirchMedia-Insolvenzmasse alle Anteile an der Beta Film GmbH gekauft. Zuvor waren sämtliche in der KirchGruppe gehaltenen internationalen Filmrechte bei Beta Film konzentriert worden. Die Filmrechtebibliothek von Kirch war mit etwa 63.000 Stunden Fiction Programm eine der größten Europas.

Insolvenzrecht

Die mit bundesweit 19 Standorten größte deutsche Insolvenzkanzlei Schultze & Braun betritt Neuland: Künftig will sie in dem als 'closed shop' geltenden Berliner Markt auch Verwaltungen übernehmen. Der Anwalt Carsten Cervera (33), der Anfang März von Kübler gekommen ist, soll für Schultze & Braun als Verwalter den Weg in der Hauptstadt ebnen. Cervera war bislang nicht als Verwalter tätig, wirkte jedoch bei einer Reihe von Verfahren als Anwalt im Hintergrund mit. Er ist in vielen insolvenzrechtsnahen Vereinen und Arbeitsgemeinschaften in Berlin aktiv und dürfte somit in der Szene über einige Kontakte verfügen.

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Er ist gefunden: Der Exportschlager bei internationalen Unternehmensinsolvenzen. Dieser Ansicht ist jedenfalls Dr. Bernd Meyer-Löwy, Kölner Juniorpartner und Insolvenzfachmann von Linklaters Oppenhoff & Rädler. In der aktuellen Ausgabe der ZinsO kommt er anhand der Insolvenz der Automold GmbH zu diesem Ergebnis. Der Fall mag als Modellfall für die Anwendung der Europäischen Insolvenzverordnung (EuInsVO) gelten.

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Die von der insolventen Beteiligungsgesellschaft Sirius gehaltenen Anteile am Immobilienunternehmen IVG in Höhe von 50 Prozent minus einer Aktie gehen unmittelbar vom Insolvenzverwalter an das Bankhaus Sal. Oppenheim und verschiedene Gläubigerbanken über. Darauf haben sich der Insolvenzverwalter und die Banken Ende Februar verständigt.Zunächst hatten die Banken eine Versteigerung der Anteile angedacht. Die Geldinstitute wollten ihr Pfandrecht an dem IVG-Anteil, den Sirius über Kredite in Höhe von rund 600 Millionen Euro finanziert hatte, verwerten. Nach Verhandlungen zwischen Banken und Verwalter und einer Art Bieterprozess stieg am Ende Sal. Oppenheim ein, das 25,1 Prozent der Beteiligung erwarb; die restlichen Anteile verbleiben bei den bisherigen Sirius-Gläubigerbanken DZ Bank, HSH Nordbank, WGZ Bank und IKB. Die Institute werden ihre jeweilige Beteiligung nun eigenständig stückweise verkaufen. Ganz ausgestiegen ist dagegen die US-Investmentgesellschaft Fortress. Das Investmenthaus hatte im vergangenen Jahr gemeinsam mit Goldman Sachs die notleidenden Forderungen der BW Bank gegen Sirius erworben und wurde so vorübergehend Teil des Bankenkonsortiums. (Jörn Poppelbaum)

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Der indische Automobilzulieferer Bharat Forge Limited hat den Geschäftsbetrieb des insolventen Automobil- und Eisenbahnzulieferers Carl Dan. Peddinghaus GmbH & Co. KG erworben. Das deutsche Traditionsunternehmen aus Ennepetal bei Düsseldorf - mit einem weiteren Standort in Daun - war im Dezember 2002 in die Insolvenz gegangen.Bharat Forge tätigt mit dem Kauf die erste Akquisition außerhalb Indiens. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt rund 50 Millionen Euro.

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Die Maschinenbaugruppe Ingersoll International, die im April 2003 Insolvenz anmelden musste, hat ihre deutsche Tochtergesellschaft Ingersoll Maschinen und Werkzeuge GmbH an die Siegener Maschinenfabrik Herkules verkauft.Die Transaktion erfolgte im Rahmen einer Auktion, der Kaufpreis belief sich auf 36 Millionen Euro. Durch den Zusammenschluss entsteht einer der wichtigsten Hersteller von Walzenbearbeitungs- und Großfräsmaschinen mit etwa 1.800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 200 Millionen Euro. (Ulrike Hümmer)

Insolvenzrecht

Einen in Deutschland bislang wohl einzigartigen Plan verfolgen die Insolvenzrechtler der Nürnberger Kanzlei Thorwart Zech & Partner und der Heilbronn-Dresdner Sozietät Pfefferle Koch Helberg & Partner. Mit der von beiden Kanzleien gegründeten "N.E.T.Z."-GmbH im Rücken wollen die drei Insolvenzverwalter Kerstin Jeska Zimmermann (43, Thorwart), Barbara Fritzer (40) und Horst Helberg (63, beide Pfefferle) gemeinsam Verfahren bearbeiten."Wir glauben, dass wir durch N.E.T.Z. in der Lage sind, die in beiden Kanzleien vorhandenen Erfahrungen und Ressourcen zu bündeln und zukünftig stärker vor den Gerichten und am Markt aufzutreten", erklärte Kerstin Jeska-Zimmermann gegenüber JUVE. Zusammengenommen habe man bislang mehr als 1000 Verfahren abgewickelt und sei nun besser als zuvor im Stande, neben kleinen Verfahren und Verbraucherinsolvenzen auch große, bundesweite Unternehmensinsolvenzen zu bearbeiten. "Wir werben momentan gemeinsam vor Gericht mit unserem breiten Dienstleistungsangebot", sagte Jeska-Zimmermann.

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Die Extra Aircraft L.P. mit Sitz in Brentwood, Tennessee, hat die Kunstflugsparte der Extra Flugzeugbau GmbH übernommen. Über das Vermögen des Hünxer Flugzeugbauers war Ende Januar 2003 das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Die Transaktion wurde nun mit dem Insolvenzverwalter im Rahmen eines Asset Deals abgewickelt. Produktion und Vertrieb der Kunstflug-Flugzeuge übernimmt eine neugegründete Tochtergesellschaft der Extra Aircraft. Zusätzlich hat der Investor eine separate Option mit zehnmonatiger Ausübungsfrist über die Reiseflugzeugsparte des Unternehmens. Berater Extra Aircraft L.P.

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Der Konzertveranstalter Deutsche Entertainment AG (DEAG) hat mit einer Kombination aus Kapitalerhöhung und Forderungsverzicht seiner Hausbanken sein Sanierungskonzept auf den Weg gebracht. Nötig geworden waren die Maßnahmen unter anderem durch die Insolvenz des Tochterunternehmens Stella. Insgesamt entstanden in den ersten drei Quartalen 2003 Sanierungskosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro. Im Rahmen der Kapitalerhöhung wurden 4,58 Millionen neue Aktien zu 2,33 Euro sowie eine Wandelanleihe über fünf Millionen Euro begeben. Begleitet wurden die Maßnahmen von der Emissionsbank VEM Aktienbank. Als Garantiegeber fungierte die KTG-Beteiligungsgesellschaft, die allerdings wegen des großen Interesses auf Seiten der institutionellen Anleger nur in geringem Umfang zum Zug kam. Einer der großen Investoren war die Auric Gruppe. Insgesamt flossen der DEAG 15 Millionen Euro an neuen Mitteln zu. Beratung DEAG

Beru AG

Der Insolvenzverwalter und Seniorpartner von Wellensiek Grub & Partner, Dr. Volker Grub (66), zieht zum Ende des Geschäftsjahres (31. März) in den Aufsichtsrat des Autozulieferers Beru AG ein. Hintergrund ist die Neubesetzung des Gremiums: Der Finanzinvestor Carlyle, mit 37 Prozent größter Aktionär von Beru, will auf diesem Weg offensichtlich seinen Einfluss in dem Unternehmen stärken.Neben Grub soll als weiterer neuer Aufsichtsrat der Managing Director von Carlyle, Gregor Böhm, bestellt werden. Dafür treten der jetzige Chef Gerhard Wacker und Aufsichtsrat-Mitglied Winfried Witte zurück.