Insolvenzen

Pro Sieben Sat 1

Nachdem der Verkauf der KirchMedia-Tochter an den US-Investor Haim Saban gescheitert ist, sind nun Teile des Insolvenz-Managements von Kirch in den Aufsichtsrat gewählt worden, darunter als Vorsitzender KirchMedia-Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé (Jaffé & Kollegen, München) und der Kölner Görg-Anwalt Dr. Oliver Wilken.Wilkens Kanzlei, Görg Rechtsanwälte, hatte die Sanierungbemühungen und Insolvenz des Kirch-Konzerns von Anfang an rechtlich begleitet. Sie stand stets in engem Kontakt zu der in der Krise eingesetzten Geschäftsführung um den Düsseldorfer Insolvenzspezialisten Wolfgang van Betteray (Metzeler van Betteray Buchalik) und den Kölner Unternehmensberater Hans-Joachim Ziems (Grasberger, Ziems & Partner), die ebenfalls beide im Aufsichtsrat Platz genommen haben.

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Mitte April war das Bangen groß. Würde es DR. SIEGFRIED BECK (DR. BECK & PARTNER) schaffen? Nicht dass man an der Kompetenz des damals bei GRUNDIG frisch bestellten vorläufigen Insolvenzverwalters aus Nürnberg zweifelte. Nein, die Frage war, ob er durch das Verfahren so in Beschlag genommen werden würde, dass er keine Zeit mehr für die

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Bei der zum BHW-Konzern gehörenden AHBR haben Gesellschaft und Betriebsrat im April einen Sozialplan vereinbart. Hintergrund des Abbaus von 240 Stellen ist ein Programm zur Einsparung von 30 Prozent Personal- und Sachkosten. Einziger deutscher Standort soll künftig Frankfurt sein. Im Zuge eines Strategiewechsels konzentriert sich AHBR außerdem auf das klassische Hypothekengeschäft im Bereich in- und ausländischer Immobilienfinanzierung. Berater AHBR

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Die Techem AG, M-Dax-Dienstleistungsunternehmen für Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, hat das Personalwesen und die Konzernfinanzen restrukturiert. Gesellschaft und Betriebsrat vereinbarten Anfang April einen arbeitsrechtlichen Interessenausgleich und Sozialplan für Änderungen der Betriebsabläufe und eine Personalreduzierung für den größten Techem-Standort in Eschborn.

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Ein Konsortium aus den Mode- und Accessoires-Firmen EganaGoldpfeil, Benckiser und der Strellson AG hat im April den Hamburger Modekonzern Joop! GmbH übernommen. Die Firma stand nach der Insolvenz der Joop!-Mutter, der Hamburger Wünsche AG, zum Verkauf. Schätzungen zufolge beträgt der gezahlte Preis rund 35 Millionen Euro. Nach Angaben des Wünsche-Insolvenzverwalters gehen alle 115 Arbeitsplätze mit über. Berater des Erwerberkonsortiums

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Die gute Nachricht zuerst: Manchmal ist es möglich, dass Insolvenzen gut ausgehen, bevor sie richtig begonnen haben. So geschehen im März bei der Börsenmakler Schnigge Aktiengesellschaft. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Düsseldorfer Wertpapierhandelsbank für erledigt geklärt. Möglich wurde dies durch den Einstieg einer Investorengruppe und durch Forderungsverzichte der Hauptgläubiger in Höhe von rund 7 Millionen Euro. Der vorläufige Insolvenzverwalter DR. BINER BÄHR, Partner im Düsseldorfer Büro von White & Case, Feddersen, kommentierte, dass es „damit erstmals gelungen ist, eine Wertpapierhandelsbank aus der Insolvenz heraus wieder vollständig zu sanieren“.

  Juve Plus Meeraner Dampfkesselbau macht weiter

Das Insolvenzgericht Chemnitz hat Anfang März 2003 den Insolvenzplan für die Meeraner Dampfkesselbau GmbH genehmigt. Dieser sieht unter anderem einen Management-buy-out (MBO) durch die Geschäftsführer der bisherigen Babcock Borsig-Tochter aus Sachsen vor. Dem Share-Deal war die Rückübertragung des Betriebsgrundstücks von Babcock auf die Meeraner Dampfkesselbau vorausgegangen. (Jörn Poppelbaum)Insolvenzverwalter Meeraner Dampfkesselbau

  Juve Plus Restrukturierung bei Spirent

Die englische Spirent-Gruppe hat ihre Mehrheitsanteile an den beiden deutschen Unternehmen Wago Kontakttechnik GmbH und Wago Verwaltungs GmbH sowie an der schweizerischen Wago Contact SA an die Gründerfamilie Hohorst zurückverkauft.Berater Hohorst Familien Holdings

Grundig-Krise

Der Namenspartner der größten deutschen Insolvenz-Kanzlei Schultze & Braun, Dr. Eberhard Braun, ist Anfang April zum neuen Vorstands-Sprecher des Unterhaltungselektronikherstellers Grundig berufen worden.Damit setzt sich die Entwicklung fort, Insolvenzverwalter auf die Chefsessel von angeschlagenen Unternehmen zu hieven.

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Es ist ruhig geworden an der Front. Der Bauriese Philipp Holzmann wird abgewickelt, wichtige Teile des Unternehmens sind verkauft. Der Berliner Bürobedarfshersteller Herlitz befindet sich nach dem Insolvenzplanverfahren in ruhigerem Fahrwasser, bei Babcock Borsig zieht sich der Interimsvorsitzende Horst Piepenburg (Piepenburg-Gerling Rechtsanwälte) in den Aufsichtsrat zurück, nachdem die Auffanggesellschaft Babcock Borsig Power Systems an den japanischen Konzern Babcock-Hitachi gehen soll und rund 80 Prozent der Arbeitsplätze erhalten werden konnten. Sogar der Verkauf des Medienunternehmens Kirch stand bei Redaktionsschluss kurz bevor.Ist die deutsche Wirtschaft aus dem gröbsten heraus? Wohl kaum. Denn für 2003 wird ein erneuter Pleitenrekord vorausgesagt. Dass derzeit keine Insolvenzen von Großunternehmen zu vermelden sind, mag einen anderen Grund haben: Insolvenzvermeidende Sanierungsmandate sind weiter im Aufwind, doch diese scheuen - wahrscheinlich zu Recht - die Öffentlichkeit.

A&O und Cadwalader

Im englischen Insolvenzverfahren des amerikanischen Energieunternehmens TXU sind Allen & Overy und Cadwalader Wickersham & Taft in die Kritik geraten. Den Kanzleien werden Interessenkonflikte vorgeworfen, weil sie sowohl für verschiedene Gläubiger als auch für KPMG, einen der zwei Insolvenzverwalter, beratend tätig gewesen sind.Laut "The Lawyer" hat Allen & Overy neben der WP-Gesellschaft einen Gläubigerpool beraten, dem TXU rund 1,1 Millionen Euro schuldet, während Cadwalader die Inhaber von TXU-Anleihen vertritt.