Insolvenzen

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Ein Konsortium aus den Mode- und Accessoires-Firmen EganaGoldpfeil, Benckiser und der Strellson AG hat im April den Hamburger Modekonzern Joop! GmbH übernommen. Die Firma stand nach der Insolvenz der Joop!-Mutter, der Hamburger Wünsche AG, zum Verkauf. Schätzungen zufolge beträgt der gezahlte Preis rund 35 Millionen Euro. Nach Angaben des Wünsche-Insolvenzverwalters gehen alle 115 Arbeitsplätze mit über. Berater des Erwerberkonsortiums

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Die gute Nachricht zuerst: Manchmal ist es möglich, dass Insolvenzen gut ausgehen, bevor sie richtig begonnen haben. So geschehen im März bei der Börsenmakler Schnigge Aktiengesellschaft. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Düsseldorfer Wertpapierhandelsbank für erledigt geklärt. Möglich wurde dies durch den Einstieg einer Investorengruppe und durch Forderungsverzichte der Hauptgläubiger in Höhe von rund 7 Millionen Euro. Der vorläufige Insolvenzverwalter DR. BINER BÄHR, Partner im Düsseldorfer Büro von White & Case, Feddersen, kommentierte, dass es „damit erstmals gelungen ist, eine Wertpapierhandelsbank aus der Insolvenz heraus wieder vollständig zu sanieren“.

  Juve Plus Meeraner Dampfkesselbau macht weiter

Das Insolvenzgericht Chemnitz hat Anfang März 2003 den Insolvenzplan für die Meeraner Dampfkesselbau GmbH genehmigt. Dieser sieht unter anderem einen Management-buy-out (MBO) durch die Geschäftsführer der bisherigen Babcock Borsig-Tochter aus Sachsen vor. Dem Share-Deal war die Rückübertragung des Betriebsgrundstücks von Babcock auf die Meeraner Dampfkesselbau vorausgegangen. (Jörn Poppelbaum)Insolvenzverwalter Meeraner Dampfkesselbau

  Juve Plus Restrukturierung bei Spirent

Die englische Spirent-Gruppe hat ihre Mehrheitsanteile an den beiden deutschen Unternehmen Wago Kontakttechnik GmbH und Wago Verwaltungs GmbH sowie an der schweizerischen Wago Contact SA an die Gründerfamilie Hohorst zurückverkauft.Berater Hohorst Familien Holdings

Grundig-Krise

Der Namenspartner der größten deutschen Insolvenz-Kanzlei Schultze & Braun, Dr. Eberhard Braun, ist Anfang April zum neuen Vorstands-Sprecher des Unterhaltungselektronikherstellers Grundig berufen worden.Damit setzt sich die Entwicklung fort, Insolvenzverwalter auf die Chefsessel von angeschlagenen Unternehmen zu hieven.

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Es ist ruhig geworden an der Front. Der Bauriese Philipp Holzmann wird abgewickelt, wichtige Teile des Unternehmens sind verkauft. Der Berliner Bürobedarfshersteller Herlitz befindet sich nach dem Insolvenzplanverfahren in ruhigerem Fahrwasser, bei Babcock Borsig zieht sich der Interimsvorsitzende Horst Piepenburg (Piepenburg-Gerling Rechtsanwälte) in den Aufsichtsrat zurück, nachdem die Auffanggesellschaft Babcock Borsig Power Systems an den japanischen Konzern Babcock-Hitachi gehen soll und rund 80 Prozent der Arbeitsplätze erhalten werden konnten. Sogar der Verkauf des Medienunternehmens Kirch stand bei Redaktionsschluss kurz bevor.Ist die deutsche Wirtschaft aus dem gröbsten heraus? Wohl kaum. Denn für 2003 wird ein erneuter Pleitenrekord vorausgesagt. Dass derzeit keine Insolvenzen von Großunternehmen zu vermelden sind, mag einen anderen Grund haben: Insolvenzvermeidende Sanierungsmandate sind weiter im Aufwind, doch diese scheuen - wahrscheinlich zu Recht - die Öffentlichkeit.

A&O und Cadwalader

Im englischen Insolvenzverfahren des amerikanischen Energieunternehmens TXU sind Allen & Overy und Cadwalader Wickersham & Taft in die Kritik geraten. Den Kanzleien werden Interessenkonflikte vorgeworfen, weil sie sowohl für verschiedene Gläubiger als auch für KPMG, einen der zwei Insolvenzverwalter, beratend tätig gewesen sind.Laut "The Lawyer" hat Allen & Overy neben der WP-Gesellschaft einen Gläubigerpool beraten, dem TXU rund 1,1 Millionen Euro schuldet, während Cadwalader die Inhaber von TXU-Anleihen vertritt.

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Wer kennt die Boizenburg Gail Inax AG? Wahrscheinlich fast niemand. Die Aktiengesellschaft ist die Holding dreier Tochterunternehmen der Innenarchitektur-Branche, u.a. der Gail Architektur-Keramik GmbH im hessischen Gießen. Der Betrieb, mit 35 Mitarbeitern nicht gerade ein Riese, befindet sich wie seine Mutter seit 1997 im Gesamtvollstreckungsverfahren – so weit, so normal. Nur: Gail ist der Konkursverwalter flöten gegangen. Kurz vor der geplanten Unterzeichnung mehrerer offensichtlich wichtiger Kaufverträge hat sich Verwalter Hans-Jürgen Lutz (Lutz, Lehmann & Partner) aus Hamburg abgesetzt. Keiner weiß wohin, die Staatsanwaltschaft hat gegen den Anwalt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Unterschlagung und der Untreue eingeleitet.

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Im Rahmen der Restrukturierung des niederländischen Logistikdienstleiters IFCO Systems N.V. ist es im Januar zu einem Umtausch von Inhaberschuldverschreibungen in neue Aktien gekommen (debt-for-equity swap). Die neuen Unternehmensanteile wurden für Senior Subordinated Notes in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro ausgegeben. Als Listing Agent fungierte dabei die Commerzbank. (Jörn Poppelbaum)Berater IFCO Systems

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Die Restrukturierung des Kabelnetzbetreibers iesy ist im Februar 2003 zum Abschluss gekommen. Die Mehrheit der Gesellschaftsanteile im operativen Teil des stark verschuldeten Unternehmens übernahmen dabei die Anleihe-Gläubiger um die Investmentfirmen Apollo und Pequot in einem "debt-to-equity-swap" von NTL und Klesch bzw. der Deutschen Telekom.Voraus gegangen waren auch Gespräche mit den beteiligten Banken. Die Rest-Verbindlichkeiten der Holding wurden auf eine neu gegründete US-Firma übertragen, so dass die in Deutschland verbliebenen Gesellschaften nunmehr schuldenfrei sind. (Jörn Poppelbaum)

Stephen Foster (45), einer der bekanntesten Insolvenzrechtler der englischen Haupstadt, wechselt ins Londoner Lovells-Büro.Der bisherige CMS Cameron McKenna-Partner verfügt über gute Kontakte zur Royal Bank of Scotland (RBS). Sein Weggang wird an der Themse deswegen als schmerzlicher Verlust für die angesehene Restrukturierungspraxis bei CMS gewertet.