Kanzleiumsätze

Seit mehr als zwei Jahrzenten dominiert Skadden Arps Slate Meagher & Flom die US-Umsatzrankings. Zwar musste sie dieses Jahr den Titel als beliebtester Berater der umsatzstärksten US-Unternehmen (Fortune 500) an Davis Polk & Wardwell knapp abtreten, doch bleibt Skadden in den USA die Kanzlei, über deren Konstanz und Erfolg sich alle anderen den Kopf zerbrechen. Genauso fest sitzt Kirkland & Ellis als Litigation-Kanzlei bei den Fortune 500 im Sattel.

Umsätze

Die internationalen Kanzleien Clifford Chance und Allen & Overy verzeichnen in Deutschland beide Umsatzsteigerungen, die über denen der Gesamtsozietät liegen. Die deutsche Praxis von Clifford Chance hat ihren Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 14 Prozent auf rund 174 Millionen Euro gesteigert. Der Zuwachs liegt damit leicht über dem weltweiten Plus von 13 Prozent. Die Kanzlei erzielte insgesamt einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro.

Umsatzzahlen

Clifford Chance hat im Geschäftsjahr 2005/2006 ihren Gesamtumsatz um rund 13 Prozent auf gut 1,5 Milliarden Euro (1,03 Milliarden Pfund) gesteigert. Der Gewinn pro Partner stieg um satte 24 Prozent auf 1,18 Millionen Euro (810.000 Pfund).Noch im Vorjahr waren die Umsätze der Gesamtsozietät auf 1,33 Milliarden Euro gesunken, obwohl der Gewinn pro Partner um 15 Prozent auf 936.500 Euro gestiegen war. Zu Buche schlugen hier allerdings deutlich größere Umwälzungen in der Kanzlei, so etwa die Schließung mehrerer Standorte.

Umsatzsprung

Beiten Burkhardt hat im Geschäftsjahr 2005 ihren Gesamtumsatz auf 83,2 Millionen Euro gesteigert. Das sind rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr (69,2 Millionen Euro). Den Löwenanteil steuerten mit rund 84 Prozent (70,1 Millionen Euro) die sieben deutschen Büros bei. Bereits 2004 hatte Beiten ein Umsatzplus von 10 Prozent verzeichnet.

War Ihnen eigentlich klar, wie viele junge Anwälte heutzutage unglücklich sind? Immerhin knapp die Hälfte von 600 befragten Jungjuristen gab in einer Umfrage des Soldan Instituts an, ihr Beruf sei nur zweite Wahl für sie - viel lieber wären sie Richter geworden (11 Prozent), Verwaltungsjurist (8 Prozent) oder Syndikus (15 Prozent). Etlichen Berufsgenossen scheint dabei die zunehmende Marktsättigung zu schaffen zu machen, zumal im vergangenen Jahr die Zahl der Anwälte erneut um 5.562 gestiegen ist. Immerhin erlaubt der Gesetzgeber inzwischen eine Möglichkeit mehr, um sich von der Masse abzusetzen: Seit März dürfen Rechtsanwälte auf ihre Spezialisierung hinweisen, und nicht mehr nur auf die für den Laien eher undurchsichtige Unterscheidung in Interessen- und Tätigkeitsschwerpunkte. Einen Hinweis auf sein Spezialgebiet hat Prof. Dr. Ludger-Anselm Versteyl wohl nicht mehr nötig, zählt er doch zu den namhaftesten Anwälten im Abfallrecht in Deutschland. Dies schlägt sich nun auch in einer neuen Aufgabe nieder: Der Gründungs- und Namenspartner der Kanzlei Versteyl Rechtsanwälte ist Anfang des Jahres in den Verwaltungsrat der Europäischen Umweltagentur (EUA) berufen worden. Er gehört zu den zwei vom Europäischen Parlament benannten wissenschaftlichen Persönlichkeiten, die dem Rat angehören und wird, so die offizielle Pressemitteilung "in Zukunft dazu beitragen, die umweltpolitischen Probleme auf globaler Ebene zu lösen."

Satte Halbjahreszahlen

Die Mehrheit der englischen Top-Kanzleien haben zur Hälfte ihres Geschäftsjahres (Mai-April) zweistellige Umsatzzuwächse verzeichnet. Die höchste Steigerung innerhalb der Magic-Circle-Kanzleien erreichte Linklaters mit 16 Prozent. Allen & Overy schloss weltweit mit einem Plus von 12,5 Prozent, in Deutschland steigerte die Kanzlei ihren Halbjahresumsatz sogar um 35 Prozent auf fast 30 Millionen Euro.

Die neue Offenheit

Als erste der absoluten Top-Kanzleien in Deutschland hat Clifford Chance vor zwei Tagen offiziell Geschäftszahlen bekannt gegeben. Danach sank der Umsatz hierzulande zwar im vergangenen Geschäftsjahr, die deutschen Partner verdienten als Teil der weltweiten Lockstep-Vergütung jedoch mehr.Clifford hatte vor zwei Wochen dazu bereits eine Erklärung abgegeben, wonach der Gewinn pro Equity-Partner weltweit um 15 Prozent gewachsen sei, nämlich von durchschnittlich 843.000 auf 966.000 Euro.

Gewinn rauf, Umsatz runter

Clifford Chance hat den Gewinn pro Partner im abgelaufenen Geschäftsjahr um rund 15 Prozent verbessert. Ein Partner verdiente damit durchschnittlich mehr als 936.500 Euro, im Vorjahr dagegen 817.000 Euro. Die absolute Höhe für den einzelnen Partner sei aber vom Senioritätsgrad und der Region abhängig.Dies teilte die Kanzlei vor zwei Tagen mit.

Ein Jahr nach der KPMG-Trennung

Beiten Burkhardt hat in ihrem ersten kompletten Geschäftsjahr seit der Trennung von KPMG Umsatz und Gewinn steigern können: Rund 45 Partner und insgesamt 230 Berufsträger erzielten 2004 einen Umsatz von 70 Millionen Euro. Im Vergleich zu JUVE vorliegenden, hochgerechneten Zahlen für 2003 in Höhe von 64 Millionen Euro entspräche dies einer Steigerung von rund zehn Prozent. Die höchsten Umsatzzuwächse verbuchten die traditionell starken Fachbereiche Arbeitsrecht und Vergaberecht.

Mehr Geld für Rödl

Der Anteil der Rechtsberatung am Gesamtumsatz bei Rödl & Partner ist mit 16 Prozent überdurchschnittlich gewachsen. Dies teilte die multidisziplinäre Nürnberger Prüfungs- und Beratungsgesellschaft auf ihrer Jahrespressekonferenz Ende Februar mit.Während sich der Gesamtumsatz des weltweit tätigen Unternehmens im vergangenen Jahr um rund drei Prozent auf 151,4 Millionen Euro steigerte, legte das Rechtsberatungsgeschäft auf insgesamt 50 Millionen Euro zu. Dieses Segment machte mit mehr als 34 Millionen Euro nun rund ein Drittel des in Deutschland erzielten Umsatzes aus.

Amerikaner im Plus

Nachdem Ende Januar verschiedene US-Kanzleien ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2004 vorgelegt haben, steht fest: White & Case zählt mit einer weltweiten Umsatzsteigerung von knapp 20 Prozent genauso zu den Gewinnern wie Latham & Watkins mit 17 Prozent.Bei White & Case liegen die weltweiten Zahlen jedoch noch nicht in endgültiger Form vor. Das britische Anwaltsblatt 'The Lawyer' sprach allerdings von einer Prognose, nach der 2004 eine 19,7-prozentige Umsatzsteigerung auf 970 Millionen Dollar erreicht werden konnte.