BGH-Entscheidungen

  Juve Plus Keine Werbegeschenke für Apotheker

Arzneimittelhersteller dürfen Apothekern und Ärzten keine teuren Geschenke machen: Bei einem Wert von einem Euro ist ab sofort Schluss. Für beide Berufsgruppen gilt die gleiche Wertgrenze wie für Verbraucher, entschied nun das Oberlandesgericht Stuttgart. Anlass des Verfahrens war ein Koffer mit Erkältungsmitteln, den der Kölner Arzneimittelhersteller Klosterfrau an Apotheker verschenkt hatte.

  Juve Plus Maschmeyer gegen Clifford

Schlappe für Carsten Maschmeyer: Seit Jahren streitet sich der Investor mit Clifford Chance wegen angeblicher Beratungsfehler, nun hat das Oberlandesgericht Frankfurt gegen Maschmeyer entschieden. Am Ende gab es ein ungewöhnliches Scharmützel um Fristen.

  Juve Plus BGH

Das Ärztebewertungsportal Jameda ist erstmals dazu verpflichtet, die Daten einer Ärztin vollständig zu löschen. Überraschend gab der Bundesgerichtshof (BGH) der Klägerin recht. Die Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Jameda – aber auch anderer Bewertungsportale im Internet – können weitreichend sein.

  Juve Plus Markenrecht im Online-Handel

Wenn man in das Suchfeld von Amazon beispielsweise den Begriff "Ortlieb" eingibt, bekommt man statt der wasserdichten Taschen von Ortlieb eine Auswahl von Konkurrenzprodukten angezeigt. Ortlieb selbst vertreibt seine Taschen nicht über Amazon. Zweimal hat der Taschenproduzent seine Klagen wegen Markenrechtsverletzung gegen Amazon gewonnen. In letzter Instanz hat der Bundesgerichtshof jedoch dem amerikanischen Internethändler Recht gegeben. Der BGH konnte keine offensichtliche Markenrechtsverletzung feststellen und verwies das Verfahren zurück ans Oberlandesgericht München.

  Juve Plus Kirch-Prozess

Die Bundesanwaltschaft hat sich in das Revisionsverfahren im sogenannten Kirch-Prozess eingeschaltet. Knapp zwei Jahre nach den Freisprüchen für frühere Vorstände der Deutschen Bank verlangen nun auch die Karlsruher Strafverfolger eine Überprüfung des Urteils. Direkt nach der Entscheidung hatte schon die Staatsanwaltschaft München Rechtsmittel eingelegt.

  Juve Plus Wulff gegen Bauer-Verlag

Fotos des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff gehören zur Zeitgeschichte, auch wenn sie ihn beim Einkauf zeigen. Die Veröffentlichung solcher Bilder bedarf daher nicht der Zustimmung des Abgebildeten. Wulff unterlag damit vor dem Bundesgerichtshof (BGH) gegen die Bauer Media Group.

  Juve Plus Anbieterwechsel mit Tücken

Der Kampf um Vertragskunden zwischen den Telefonkonzernen wird hart geführt: Wenn jemand kündigt, erhält er oft Angebote des alten Anbieters, es sich doch noch einmal zu überlegen. Der Bundesgerichtshof (BGH) musste nun in einem Streit entscheiden, der sich um die Mitnahme von Rufnummern beim Anbieterwechsel dreht. Der Anbieter Primacall hatte einen Telekom-Kunden zunächst gewonnen, doch die Telekom hatte ihn zum Bleiben überredet. Den Widerruf zur Mitnahme von Rufnummern ignorierte Primacall jedoch. Das ist laut BGH wettbewerbsrechtlich unzulässig.

  Juve Plus Anzapfverbot vorm BGH

Die ‚Hochzeitsrabatte‘, die Edeka im Rahmen der Übernahme von Plus-Märkten 2009 von Lieferanten forderte, sind vom Bundesgerichtshof gekippt worden. Damit wurde eine gegenteilige Entscheidung des Oberlandesgerichts Düsseldorf vom November 2015 aufgehoben. Für das Kartellamt ist das ein später Sieg, weil die Richter sich weitgehend seiner Auslegung des sogenannten Anzapfverbots anschließen. Für künftige Verhandlungen zwischen Handel und Lieferanten könnte das weitreichende Folgen haben.

  Juve Plus BGH

Der Bundesgerichtshof hat seine Entscheidung im Streit um die Nutzung des Öko-Test-Siegels auf Eis gelegt. Die Richter warten auf ein Signal des europäischen Gerichtshofs in einem ähnlichen Verfahren. Die Versandhändler Otto und Bauer hatten Waren mit dem Öko-Test-Siegel beworben, obwohl der Öko-Test-Verlag das Produkt nur in anderen Ausführungen getestet hatte. Im Fall Otto ging es um eine blaue Babyflasche, die das Verbrauchermagazin in einer anderen Farbe getestet hatte.

  Juve Plus Chaos bei Niki-Insolvenz

Das österreichische Landesgericht Korneuburg hat ein Konkursverfahren über die Fluggesellschaft Niki eröffnet. Überraschend handelt es sich dabei jedoch nicht um ein sogenanntes Sekundärverfahren, sondern um ein weiteres Hauptverfahren. Nach der europäischen Insolvenzverordnung dürfte es das aber gar nicht geben. In Österreich wurde die bekannte Wiener Insolvenzrechtlerin Ulla Reisch von Urbanek Lind Schmied Reisch zur Insolvenzverwalterin bestellt. Sie ist damit gleichgestellt mit dem deutschen Niki-Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas Flöther – auch das ist eigentlich nicht erlaubt.

  Juve Plus Wölbern Invest

Der wegen Beihilfe zur Untreue angeklagte frühere Bird & Bird-Partner Frank Moerchen muss sich im zweiten großen Strafverfahren um den Anlegerskandal beim früheren Emissionshaus Wölbern Invest zumindest vorläufig nicht mehr vor Gericht verantworten. Das Landgericht stufte Moerchen als verhandlungsunfähig ein, trennte deshalb sein Verfahren von dem gegen die beiden weiteren Angeklagten ab und stellte es vorläufig ein. Außerdem wurde Moerchen nach 15 Monaten aus der Haft entlassen.