Insolvenzen

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Die Hamburger Nobis-Gruppe hat Anfang Dezember 2003 den insolventen Gebäudereiniger Intercare übernommen. Im Rahmen einer übertragenden Sanierung gingen zwei Intercare-Firmen in Hamburg und Berlin über. Für beide Gesellschaften war im vorigen Oktober beim Amtsgericht Hamburg Insolvenzantrag gestellt worden. Damit sind die Arbeitsplätze von insgesamt rund 2.100 großteils geringfügig Beschäftigten vorerst gesichert. Die Dienstleistungsgruppe Nobis ist neben dem Bereich der industriellen Gebäudereinigung auch im Sicherheitssektor aktiv. Berater Nobis

Insolvenzkanzlei

Entscheidender Umbruch bei der erst vor kurzem entstandenen Insolvenzkanzlei hww Hess Wienberg Wilhelm: Ende des vergangenen Jahres hat der bisherige Namensgeber und ursprüngliche Kanzleigründer Dr. Harald Hess (61) die Sozietät verlassen und sich in Mainz und an weiteren Standorten als Hess & Partner selbstständig gemacht. Die Trennung erfolgte nur ein Jahr nach der Fusion der Hamburger Kanzlei Brandenburg & Wilhelm mit der Mainz-Dresdner Konstellation Hess, Wienberg, Freund & Partner. Hess teilte mit, er löse „wegen unüberwindlicher Differenzen in der strategischen Ausrichtung der Kanzlei die Partnerschaft mit hww auf“.

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... einem Unternehmen waren in den vergangenen Monaten die Amtsgerichte Potsdam und Halle-Saalkreis. Die Richter mussten prüfen, ob sie für den Insolvenzantrag des Familienbetriebs HESCO zuständig waren. Das Problem: Bei Hesco aus dem brandenburgischen Luckenwalde wurden die Arbeitnehmer entlassen, die Firma sollte geschlossen, beim Handelsregister abgemeldet, ihr Sitz ins sachsen-anhaltinischen Horla verlegt und Insolvenz angemeldet werden, während gleichzeitig eine neue bzw. die alte Firma in Luckenwalde neu gegründet wurde. Kompliziert? Vielleicht. Doch so hatte es sich die Unternehmerfamilie Reiche laut IG Metall wohl vorgestellt, ihren Betrieb abzuwickeln und gleichzeitig neu zu starten. Die Richter in Halle machten das Spiel aber nicht mit und erklärten sich für den Insolvenzantrag über die nach Horla verlegte (alte?) Firma nicht zuständig. Dies ist wohl kein Einzelfall in Deutschland, aber er ist besonders brisant. Schließlich steht hinter der Familie Reiche unter anderem die CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Reiche, die mal als Familienministerin gehandelt wurde. Und schließlich wurden knapp eine Millionen Euro staatliche Fördergelder vergeben, die eigentlich zu anderen Dingen als dem Verschieben von Betrieben dienen. In Potsdam jedenfalls wurde ROLF RATTUNDE (LEONHARDT & PARTNER) zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Endlich. Der ursprüngliche Antrag war bereits im August gestellt worden, doch die Suche nach Zuständigkeiten und Hintergründen dauerte rund drei Monate. Was der gut angesehene Berliner Verwalter Rattunde nun vorhat, wollte er JUVE nicht verraten. Zu brisant, das Ganze.++++ Überhaupt: An brisanten Insolvenzen herrscht in diesen Wochen kein Mangel. Das mit Abstand sensibelste Verfahren liegt bereits seit 10. November 2003 in den Händen von ANGELIKA AMEND. Die 42-jährige Betreiberin der Kronberger Kanzlei AMEND & COLLEGEN versucht seitdem als vorläufige Verwalterin die Insolvenz der I.G. FARBENINDUSTRIE AG und dreier Tochter- bzw. Enkelgesellschaften in ruhigem Fahrwasser zu halten. Eigentlich reicht die Masse des ehemals größten Chemiekonzerns gar nicht aus, um die Insolvenzverwaltung zu bezahlen. Dass das Verfahren deshalb nicht eröffnet würde, will Amend jedoch verhindern – mit Blick auf die Opfer und Hinterbliebenen des Unternehmens, das im Dritten Reich Zwangsarbeiter beschäftigte und das Gas Zyklon B für Konzentrationslager herstellte. Anfang Dezember war Amend deshalb nach Auskunft ihres Kollegen Norbert Irsfeld im Gespräch mit Opferverbänden. Das Ziel: Auch die Zwangsarbeiter und Nachkommen sollen aus dem Restvermögen der I.G. Farben entschädigt werden, dafür müssten sie und andere Geld aufbringen, das die Verfahrenskosten deckt. Dafür würde auch Amend auf einen Teil ihrer Vergütung verzichten. Die bundesweite Aufmerksamkeit, die diese Insolvenz erregt, rechtfertigt sicherlich außergewöhnliche Maßnahmen – zudem Amends Kanzlei-Fokus ebenfalls, wenn (noch) nicht bundesweit, so doch wenigstens über die Grenzen des Großraumes Frankfurt hinaus gerichtet ist. Die Kanzlei, in der in Kronberg mitterweile sieben Anwälte tätig sind, hat vor kurzer Zeit ein zweites Büro in Garching bei München eröffnet. Hier werden derzeit zwei Anwälte beschäftigt. ++++

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Beinahe hätte man die Zeiten schon wieder vergessen: Vor vier Jahren wurde Köln regelrecht bombardiert - mit kostenlosen Tageszeitungen. Was als Kampf um die Leser immer groteskere Formen angenommen und als 'Kölner Zeitungskrieg' landauf und landab die Medienseiten der restlichen Presse gefüllt hatte, beschäftigte kürzlich auch den Bundesgerichtshof. Die

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Der Insolvenzverwalter von KirchMedia, Dr. Michael Jaffé (Jaffé & Kollegen), fordert vom Handelskonzern Rewe 128 Millionen Euro plus 1,6 Millionen Euro Zinsen. Zunächst wurde eine Teilklage über 20 Millionen Euro erhoben. Hintergrund: Der damalige Kirch-Aktionär Rewe hatte vor zwei Jahren Leo Kirch einen Kredit über 128 Millionen Euro gewährt, um Kirchs Einstieg in die Formel Eins-Fernsehübertragungen zu finanzieren. Leo Kirch bürgte persönlich und zahlte fristgerecht zurück.

Heussen

Dr. Klaus Großmann (39) hat wie erwartet (JUVE Online, 27.06.2003) PricewaterhouseCoopers Veltins (jetzt Heussen Rechtsanwälte) verlassen. Der Corporate-Anwalt geht als Partner zu der expansiven britischen Kanzlei Hammonds. Dass Großmann nicht bei PwCV bleiben würde, war bereits im Zuge der umfangreichen Restrukturierungen bei PwC Veltins anlässlich der Trennung von dem WP-Riesen PwC durchgesickert.

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Um die Möglichkeit, Unternehmen zukünftig nicht mehr erfolgreich sanieren zu können, fürchten derzeit die Standesvertreter der Insolvenzverwalter. Hintergrund: Die Bundesregierung muss die Insolvenzordnung (InsO) einer EU-Richtlinie anpassen, die der Stärkung des „Finanzplatzes Europa“ dienen soll. Die Gesetzesänderung sieht vor, Banken bei einer Firmenpleite zu bevorzugen. Nicht mehr der Insolvenzverwalter könnte über die Verwertung aller Güter eines Betriebes entscheiden, wenn eine Bank beschließt, bestimmte Gegenstände und Wertpapiere, an denen sie ein Sicherungsrecht hat, selbst zu veräußern. Umstritten ist, wie weit das Recht der Banken tatsächlich geht. Als Mitglied des Gravenbrucher Kreises warnte bereits im September DR. BRUNO M. KÜBLER (KÜBLER) davor, das geltende Insolvenzrecht werde „völlig durchlöchert“. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Insolvenzrecht beim Deutschen Anwaltverein, HORST PIEPENBURG, warnte: „Der DAV wird sich noch mal äußern“. Er geht davon aus, dass Gespräche mit dem Bundesjustizministerium und dem Bundesverband deutscher Banken geführt werden. Piepenburg sei nicht gegen die Anpassung der InsO an EU-Recht, „uns geht es um die Klarstellung des Wortlautes“.++++ Klarstellen kann Piepenburg (PIEPENBURG-GERLING RECHTSANWÄLTE) derweil wohl auch einiges bei der GIRMES GMBH, einem Hersteller hochwertiger Textilien in den Bereichen Bekleidung, Heim und Technik. Der Betrieb mit Stammsitz in Oedt (Kreis Viersen/Niederrhein) beantragte Anfang November beim Amtsgericht Krefeld Insolvenz. Zuvor war von spektakulären Umsatzeinbrüchen von 30 Prozent in diesem Jahr und einer Schuldenlast von 100 Millionen Euro die Rede. Der Düsseldorfer Verwalter Piepenburg aber machte den mehr als 1.200 Mitarbeitern, die 2002 noch 134 Millionen Euro umsetzten, Mut. Es werde zunächst ganz normal weiter gearbeitet. Für Piepenburg ist der Fall ein doppeltes Comeback: Der Verwalter kommt zurück in ein Unternehmen, dessen Konkurs als Aktiengesellschaft er bereits 1989 mit seinem damaligen Partner Dieter Zirpins begleitete, und aus dem die jetzt betroffene GmbH hervorgegangen war. Zudem hat Piepenburg mit dem Fall das erste wirklich große Verfahren seit seiner Interimstätigkeit als Vorstandsvorsitzender bei Babcock Borsig an Land gezogen. ++++

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Der Süßwarenhersteller Katjes Fassin hat von der Karlsruher Ragolds Süßwaren GmbH & Co. KG die Bonbonmarke "Gletscher Eis" sowie weitere darauf bezogene Vermögenswerte übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf erfolgte im Rahmen der Restrukturierung von Ragolds, die vor allem durch ihre Marken Rachengold und Atemgold bekannt sind. Die Produktion der Eisbonbons verbleibt in Karlsruhe. Berater Ragolds Süßwaren

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Die Fairchild Corporation, ein im weltweiten Vertrieb von Komponenten für die Luft- und Raumfahrt tätiges US-Unternehmen, hat im Oktober den Geschäftsbetrieb der Eurobike AG übernommen. Der Düsseldorfer Motorradzubehör-Händler mit seinen Tochtergesellschaften Hein Gericke, Polo Expressversand und Intersport Fashion West Inc. befindet sich seit Sommer in der Insolvenz. Der Kaufpreis soll sich auf rund 85 Millionen Euro belaufen, die meisten der insgesamt 350 Mitarbeiter werden übernommen. Fairchild hatte sich bereits vor der Eurobike-Insolvenz bemüht, die gegen das Unternehmen gerichteten Forderungen von der Hypovereinsbank, ihrer Hauptgläubigerbank, zu übernehmen und so Einfluss auf den Motorrad-Händler zu erlangen. Dies scheiterte dem Vernehmen nach an dem Geldinstitut. Nach der Insolvenz von Eurobike richtete sich das Interesse des US-Unternehmens dann auf die komplette Übernahme der Gruppe, einschließlich der profitablen Tochter Polo. Nach längeren Verhandlungen mit dem geschäftsführenden Polo-Gesellschafter, Klaus Esser, der mit über 20 Prozent an Polo beteiligt war, verkaufte auch dieser seine Anteile an den Erwerber. Fairchild, das über 32,5 Millionen Euro Eigenkapital verfügt, will die Transaktion allein stemmen. Der ursprüngliche Plan, einen Teil des Kaufpreises u.a. durch die Stadtsparkasse Düsseldorf fremd zu finanzieren, wurde in letzter Minute aufgegeben. (JP)Berater Fairchild Corporation

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Die Cairos technologies AG hat die Innovative Medientechnik und Planung AG (IMP) aus der Insolvenzmasse der KirchMedia GmbH & Co. KG übernommen. IMP ist führender Spezialist im Bereich der Vernetzung von Realtime-Datenbanken mit Medientechnologien. Bekannt geworden ist das Unternehmen insbesondere für seine Fußballbundesliga-Datenbank. Für Cairos technologies bedeutet die Transaktion den Einstieg in die kommerzielle Vermarktung von Sportdaten. Berater Cairos Technologies

Bereits zum 1. August ist die Partnerin Dr. Margarete Mühl-Jäckel (53) aus dem Berliner Büro von White & Case, Feddersen zu Dombert Rechtsanwälte in Potsdam gewechselt. Mühl-Jäckel ist vor allem bei Restrukturierungen öffentlich-rechtlicher Unternehmen tätig. Einen weiteren Zugang meldete Dombert mit Associate Dr. Klaus Herrmann, der aus der Berliner Umweltrechtskanzlei Gaßner, Groth, Siederer & Coll. kommt.Dombert Rechtsanwälte ist auf das Umwelt- und Planungsrecht sowie das Wirtschaftsverwaltungsrecht fokussiert. Die von Namenspartner Prof. Dr. Matthias Dombert geleitete Spezialkanzlei entstand im Oktober 2002 als Spin-off des Potsdamer Büros der Kölner Sozietät Leinen & Derichs. Mit den beiden Zugängen wächst Dombert auf drei Partner und drei Associates.