Insolvenzen

  Juve Plus Insolvenz

Die PopNet Internet AG hat Ende September Insolvenzantrag gestellt.Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Hamburger Partner Dr. Sven-Holger Undritz von White & Case, Feddersen bestellt.

Nur ein knappes Jahr nach ihrer Fusion haben die beiden Insolvenzkanzleien wegen unterschiedlicher Strategieauffassungen einvernehmlich die Trennung zum Jahresende beschlossen.Als eigenen Expansionsschritt gab Kübler zugleich den Zusammenschluss seiner Sozietät mit der Hofer Insolvenzkanzlei Neef & Partner bereits zum Oktober bekannt. Weitere kleinere Fusionen seien für Anfang 2002 konkret vorgesehen.

Ihre Herbsttagung mit etwa 120 angemeldeten und etwa 70 anwesenden Teilnehmern veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht und Sanierung im DeutschenAnwaltVereins (DAV) am 22. und 23. September 2000 in Stuttgart. Nach einem Tag kontroverser Debatte, zu den Themen Verwalterhaftung, Sanierungsprivileg und Eröffnungsfehler deren Ergebnisse der Vorsitzender Horst Piepenburg (Piepenburg & Dr. Kebekus, Düsseldorf) resümierte, ging es am zweiten Tag zunächst um die sofortige weitere Beschwerde.

Die Düsseldorfer Insolvenzrechtskanzlei Dr. Andres und Schneider hat Anfang Oktober drei der insgesamt sieben Anwälte verloren. Es verbleiben die Namenspartner Dr. Winfrid Andres und Joachim Schneider sowie seit März Dr. Dirk Andres und Andreas Grund.Dr. Jörg Nerlich, prominenter Autor der Insolvenzordnung (InsO) in einem der ersten Kommentarwerke überhaupt, hat die Kanzlei zusammen mit Arndt Oomen und Bianca Dustal zum Oktober verlassen. Der Kölner Nerlich (38) war nach wissenschaftlicher Tätigkeit und angefangener Habilitation vor knapp zwei Jahre bei Andres & Schneider eingestiegen und hat mit dazu beigetragen, dass die Sozietät im Jahr 1999 die meisten Insolvenzverfahren der Republik betreut hat.

Anfang März fand an der Universität Leipzig der erste Leipziger Insolvenzrechtstag statt. Veranstalter war das Institut für Anwaltsrecht (Prof. Dr. Christian Berger), unterstützt vom Leipziger Büro der schwerpunktmäßig auf Insolvenzrecht spezialisierten Kanzlei Hermann Bähr Michl Lenhard Fiedler. Laut Teilnehmerliste waren 231 Teilnehmer von Kanzleien, Universitäten, Gerichten, Finanzdienstleistern und anderen Institutionen angemeldet. Die Vorträge und anschliessenden Kurzdiskussionen fanden in einem Hörsaal der Universität statt. Berger beschrieb die Entstehungsgeschichte des Insolvenzrechtstages: „Drei Säulen tragen letztlich die heutige Veranstaltung: Der studentische Arbeitskreis zum Insolvenzrecht der Universität, das Leipziger Insolvenzrechtsforum und die Lehrstühle, die sich an der Universität mit Insolvenzrecht befassen. Der Insolvenzrechtstag sollte kein geschlossener Kreis sein, sondern insbesondere jungen Juristen die Möglichkeit der Teilnahme eröffnen.“

Die Frühjahrstagung der Arbeitsgemeinschaft für Insolvenzrecht im DeutschenAnwaltVerein (DAV) findet vom 30. März bis 1. April in Frankfurt statt. Geplante Themen sind u.a. die Umbenennung des bisherigen Arbeitskreises in „Arbeitsgemeinschaft für Insolvenzrecht und Sanierung im DeutschenAnwaltVerein“. Damit soll signalisiert werden, dass auch Nicht-Verwalter Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft werden können. Ein umfangreiches Fachprogramm am Freitag und Samstag u.a. mit den Themen: Kapitalersatz, Sicherungsrechte, Änderungsentwürfe zur InsO, Steuerrecht und Auslagen des Verwalters wird angeboten.

Die Gläubiger der Küppersbusch AG (Haushaltsgeräte) mit Gesamtforderungen in Höhe von DM 86 Mio. haben im Abstimmungstermin am 24. Januar beim Amtsgericht Essen dem vom Insolvenzverwalter Horst Piepenburg (Piepenburg & Dr. Kebekus, Düsseldorf) vorgeschlagenen Insolvenzplan mit 89 % der Stimmen zugestimmt. Es ist der erste prominente und realisierte Insolvenzplan nach der neuen Insolvenzordnung (InsO).Der Plan sieht Forderungsverzichte und die vollständige Entschuldung der Küppersbusch AG vor. In der Zukunft werden Firmenname und –gegenstand des seit 1875 bestehenden, zwischenzeitlich dem AEG-Konzern eingegliederten Mittelstandsunternehmens, geändert.

Am 1. Dezember 1999 fand an der Universität Witten/Herdecke unter dem Titel „1 Jahr Insolvenzordnung (InsO)“ ein Symposium zum Insolvenzrecht erstmalig als Rollenspiel statt. Die Teilnehmer aus Unternehmen, Finanzdienstleistern und der Anwaltschaft hatten das Vergnügen, Insolvenzpraktikern bei der Lösung der Zahlungskrise eines fiktiven Unternehmens zuzusehen, sie verkörperten ihre tatsächlichen Berufe auf der Referentenbühne: Ein Drama über Sanierung oder Liquidation eines fiktiven mittelständischen, auf Solarzellenprodukte spezialisierten Unternehmens.

Horst Piepenburg (Piepenburg & Dr. Kebekus, Düsseldorf) ist im Rahmen der Mitgliederversammlung Mitte November in Berlin zum Vorsitzenden des Arbeitskreises Insolvenzrecht im DeutschenAnwaltVerein (DAV) gewählt worden. Unterstützt wird Piepenburg durch einen siebenköpfigen geschäftsführenden Ausschuss. Der Arbeitskreis hat zur Zeit etwa 800 Mitglieder.

Das erste Treffen des Arbeitskreises der Insolvenzverwalter Deutschlands fand in Berlin vom 4. bis zum 7. November unter Ausschluß der Presse statt. Die formale Begründung hierfür bieten die Satzungsstatuten des Vereins: Eine Regelung für Gäste gäbe es nicht. Die Vorstandsmitglieder wünschten auch keine Besuche der Presse, verlautete aus Vorstandskreisen. Der Antritt des gerade im Frühjahr neu gegründeten Arbeitskreises arrivierter und sehr einflußreicher Insolvenznerwalter verwundert.

Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Witten/Herdecke veranstaltet am 1. Dezember in Witten unter dem Motto „1 Jahr Insolvenzordnung“ ein Symposium zum Insolvenzrecht.Im ersten Abschnitt des dreiteiligen Programms wird als lebensnaher Fall ein Insolvenzszenario verhandelt. Die wichtigsten Beteiligten einer Insolvenz, also Richter, Bankenvertreter, Lieferantenvertreter, Geschäftsführer, Betriebsräte und andere, werden diesen Fall live lösen. Im zweiten Teil analysieren Wissenschaftler und Praktiker im Podiumsrahmen den Verfahrensverlauf und das Verhalten der Beteiligten. In einer Plenumsdiskussion können die Teilnehmer des Symposiums schließlich mit den Referenten Eindrücke austauschen und Fragen stellen.