Insolvenzen

  Juve Plus Comsoft-Insolvenz

Der österreichische Technologiekonzern Frequentis übernimmt von Comsoft den Geschäftsbereich Flugsicherung und Flugverkehrsmanagement. Den rund 220 Mitarbeiter zählenden Bereich führt er als Comsoft Solutions weiter.

Cum-Ex

Jahrelang verlor der deutsche Staat Milliarden Euro durch sogenannte Cum-Ex-Steuerdeals. Nun nimmt die juristische Aufarbeitung Fahrt auf: Die Frankfurter Maple Bank rutschte in die Insolvenz, weil Rückforderungen des Fiskus das Eigenkapital des Instituts aufgezehrt hätten.

  Juve Plus Anleihe-Restrukturierung

Die Singulus AG kann ihr Restrukturierungskonzept umsetzen. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen stimmten erst die Gläubiger einer 2017 fällig werdenden Anleihe und danach die Aktionäre mehrheitlich den vorgesehenen Rettungsmaßnahmen zu, die vor allem einen Debt-to-Equity-Swap vorsehen: Aus den Forderungen werden Aktien.

  Juve Plus Thielert-Komplex

Wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie Urkundenfälschung hat das LG Hamburg den Flugzeugunternehmer T. zu vier Jahren Haft verurteilt. Das zivilrechtliche Verfahren des Komplexes entwickelt sich parallel überraschend: Die Kläger, der Insolvenzverwalter der Thielert AG und der niederländische Investor Guestos verglichen sich mit der WP-Gesellschaft BDO. In erster Instanz wurde BDO noch zur Zahlung von 40 Millionen Euro verurteilt.

Köln

Der langjährige DLA Piper-Manager Dr. Ulrich Jüngst (62) hat zum Februar in Köln gemeinsam mit weiteren ehemaligen DLA-Anwälten eine Kanzlei gegründet. Zum Startteam von JP Jüngst & Partner, die ihren Schwerpunkt auf Corporate und M&A legt, gehören neben Jüngst selbst Abdul Aziz Al-Yaqout (42) und Dr. Jens-Peter Eickhoff (40). Zum März schließt sich ihnen zudem noch der Restrukturierungsexperte Mario Lindner (41) an, der derzeit noch Partner bei DLA in Köln ist.

Immobilienkonzern WGF

Der Düsseldorfer Immobilienkonzern Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung (WGF) hat gestern zum zweiten Mal nach 2012 einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht bestellte Dr. Biner Bähr von White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er ist auch für die Muttergesellschaft WGF Finanzgruppe Holding und die Tochtergesellschaft Ilse Bau und Planung zuständig.

Karlsruhe

Das Bundesverfassungsgericht hat den Versuch von Schultze & Braun abgewehrt, sich als GmbH für Insolvenzverfahren bestellen zu lassen. Die Berufsfreiheit der Beschwerdeführerin sei durch die Nichtbestellung zwar beeinträchtigt, dies sei jedoch verfassungsrechtlich gerechtfertigt, so die Karlsruher Richter in einem heute veröffentlichten Beschluss. Insbesondere die gerichtliche Aufsicht über den Verwalter sei bei einer natürlichen Person besser gewährleistet und die Haftung nicht beschränkt.

Eigenverwaltung abgelehnt

Die Ereignisse beim Brennstoffhersteller German Pellets überschlagen sich: Heute Morgen hatte das Unternehmen aus Wismar beim Amtsgericht Schwerin einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Diesen lehnte das Gericht ab und bestellte die White & Case-Partnerin Dr. Bettina Schmudde zur vorläufigen Insolvenzverwalterin. Das bestätigte White & Case auf JUVE-Anfrage. Damit ist der Plan von German Pellets gescheitert, sich unter der Aufsicht eines Sachwalters zu sanieren. Angesichts der verschachtelten Konzernstruktur hatten Insolvenzspezialisten ohnehin bezweifelt, dass eine Insolvenz in Eigenverwaltung sinnvoll ist.

Top-Ten-Insolvenzen 2015

Eigentlich verlief das vergangene Jahr auffällig ruhig, was Insolvenzen betrifft – fast schon zu ruhig, wenn man Insolvenzverwalter fragt. Doch dann kam Zielpunkt. Die Insolvenz der Supermarktkette sorgte dafür, dass 2.700 Mitarbeiter ihren Job verloren und damit die Zahl der Mitarbeiter, die 2015 insgesamt von Unternehmenspleiten betroffen waren, auf 21.200 anstieg.

Steuerrecht und Insolvenz

Ende Januar hat sich der ‚Hamburger Kreis für Sanierungs- und Insolvenzsteuerrecht‘ gegründet. Die 18 Gründungsmitglieder möchten die Harmonisierung von Insolvenz- und Steuerrecht fördern. Den Vorstand bilden Dr. Günter Kahlert von Flick Gocke Schaumburg in Hamburg und Dr. Stefan Debus aus der Münchener Verwalterkanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen.

Sicherheitsbranche

Gleich zwei große Unternehmen der Sicherheitsbranche haben Ende Januar Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. In beiden Fällen sind jüngere Insolvenzverwalter aus renommierten Kanzleien in operative Rollen geschlüpft, um den Sanierungsprozess zu begleiten - Dr. Gerrit Hölzle (41) von Görg für die DNZ-Gruppe sowie Justus von Buchwaldt (44) aus der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff & Partner für Nordwacht.