Kanzleiumsätze

Beraubter Staat

Das Ausmaß dubioser Cum-Ex-Geschäfte ist offenbar um ein vielfaches größer als bisher gedacht. Betroffen sind neben Deutschland zehn weitere europäische Länder. Der Schaden soll bei mindestens 55,2 Milliarden Euro liegen, auf Deutschland fallen wohl mindestens 31,8 Milliarden. Das haben Nachforschungen des Recherchekollektivs ‚Correctiv‘ ergeben.

Insolvenz

Die Weilheimer Modehandelskette K&L hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen gibt an, die Marktentwicklung im September habe zu katastrophalen Umsatzeinbrüchen geführt. Knapp 1.200 Mitarbeiter hoffen auf die Sanierung eines der größten Sanierungsfälle des laufenden Jahres.

Interview mit dem Chief Operating Officer von Norton Rose

Erst McKinsey, dann Hengeler Mueller, jetzt Norton Rose ­Fulbright: Seit einem Jahr ist Alexander Thau Chief ­Operating ­Officer der Kanzlei. In dieser Zeit hat sich der Umsatz pro Berufsträger der deutschen Praxis, die in Sachen ­Produktivität eher im Mittelfeld rangiert, deutlich erhöht. Thau meint: Wirtschaftlicher Erfolg hat vor allem mit Vertrauen zu tun.

Interview mit EY Law

EY Law ist hat seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um fast 20 Prozent gesteigert. Der Rechtsarm der Big 4-Gesellschaft ist inzwischen eine ernstzunehmende Anlaufstelle wechselwilliger Quereinsteiger aus renommierten Kanzleien geworden. JUVE sprach mit Christian Bosse, seit 2014 Managing-Partner von EY Law Germany, über seine To-do-Liste für die nächste Zeit.

Kanzleiumsätze

Zwei deutsche Großkanzleien haben es neu in die JUVE Top 10 der umsatzstärksten Kanzleien geschafft: Luther und Heuking Kühn Lüer Wojtek. Dafür stiegen White & Case und Allen & Overy ab. Clifford Chance hat als einzige Top 10-Kanzlei weniger Umsatz als im Vorjahr erwirtschaftet. Dass es neue Kanzleien in der Spitzengruppe gibt, hat auch mit VW zu tun. Zehn Jahre nach der Lehman-Pleite schwimmen die Wirtschaftskanzleien in Deutschland wieder im Geld: Der Rechtsmarkt ist milliardenschwer. Die 100 umsatzstärksten Kanzleien setzten im Geschäftsjahr 2017/18 zusammengerechnet 6,33 Milliarden Euro um – sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Da waren es noch 5,91 Milliarden Euro.

Rekordergebnis

Luther hat den Umsatz ihrer deutschen Standorte in ihrem Ende Juni abgelaufenen Geschäftsjahr auf 145,3 Millionen Euro hochgeschraubt. Das entspricht einer Steigerung von satten 27 Prozent und in absoluten Zahlen einem Plus von 30,8 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich dazu moderat entwickelte sich der Umsatz pro Berufsträger (UBT): Hier legte die Kanzlei trotz hohem Personalwachstum um 6,5 Prozent zu. Mit dem Rekordergebnis steigt Luther nach aktuellen JUVE-Berechnungen in die Top 10 der umsatzstärksten Kanzleien in Deutschland auf.

Allen & Overy

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Allen & Overy eine Nullrunde hingelegt: Mit einem Umsatz von 141,7 Millionen Euro erwirtschaftete die deutsche Praxis der Kanzlei exakt so viel wie im Vorjahr. Zum Ergebnis trugen 202 Full-Time-Equivalents (FTE) bei. Das entspricht zwei FTE weniger als im Vorjahr, weswegen der Umsatz pro Berufsträger (UBT) um ein Prozent auf 701.000 Euro anstieg.

Clifford Chance

Licht und Schatten bei Clifford Chance: Im vergangenen Geschäftsjahr steigerte die Kanzlei ihre Produktivität erneut um 3,5 Prozent und lag beim Umsatz pro Berufsträger (UBT) erstmals über der Marke von 700.000 Euro. Gleichzeitig sackte der Umsatz aber zum vierten Mal in Folge ab: Mit 173 Millionen Euro verbuchte Clifford zwei Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr.

Wieder angezogen

Nach dem mageren Umsatzplus von 0,5 Prozent im Vorjahr konnte Linklaters für das zum Mai beendete Geschäftsjahr wieder einen Umsatzsprung vermelden: Um 7,7 Prozent stiegen die Kanzleiumsätze von 192,3 Millionen auf 203 Millionen Euro – bei nahezu gleichbleibender Anzahl von Berufsträgern.

400-Millionen-Euro-Marke geknackt

Auf 405,2 Millionen Euro konnte Freshfields Bruckhaus Deringer im vergangenen Geschäftsjahr den Umsatz der deutschen Standorte steigern. Das entspricht einem Wachstum von zehn Prozent. Auch in Österreich lief das Jahr positiv. Um sechs Prozent stieg der Umsatz hier auf nun 55 Millionen Euro, wobei die Produktivität der österreichischen deutlich höher ausfällt als die der deutschen Standorte.

Der Wille ist da, aber

Jede dritte Rechtsabteilung setzt im Arbeitsalltag bereits künstliche Intelligenz ein oder ist dabei, ein entsprechendes Legal-Tech-Tool auszuprobieren. Jede fünfte Rechtsabteilungen hat sich hingegen bislang kaum oder noch gar nicht mit diesem Thema befasst. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des amerikanischen Beratungsunternehmens HBR Consulting, der Antworten von 35 Rechtsabteilungen zugrunde liegen. Die meisten dieser Rechtsabteilungen gehören zu Unternehmen aus der Gruppe der 500 umsatzstärksten Firmen der Welt.