Kanzleiumsätze

Abgehoben

Guter Rat ist teuer – vor allem für US-Unternehmen. Sie geben von jedem Umsatzdollar 0,4 Prozent für die in- und externe Rechtsberatung aus. Unternehmen aus anderen Ecken der Welt kommen auf einen Durchschnitt von 0,15 Prozent. Oder anders: Für US-Firmen liegen die Kosten um 166 Prozent höher. Und das bekommt auch jedes andere Unternehmen zu spüren, das in den Vereinigten Staaten Rechtsrat suchen muss.

Kommentar

Schon wieder ein Minus! Das vierte Jahr in Folge gehen bei Clifford Chance die Umsätze in den Keller. Konnte sie im überaus guten Geschäftsjahr 2013/14 noch 196 Millionen Euro verbuchen, waren es zuletzt noch schlappe 175,6 Millionen. Das sind rund zehn Prozent weniger innerhalb von vier Jahren. Dabei hatte Managing-Partner Peter Dieners Ende 2014 die Partnerschaft auf Diät gesetzt: Neun Partner mussten die Kanzlei verlassen. Clifford komme nicht mehr auf die Füße, unkten damals Beobachter der Kanzlei.

Clifford, Linklaters, Allen & Overy

Nach Freshfields haben weitere Magic-Circle-Kanzleien ihre deutschen Umsätze vorgelegt. Auch bei Linklaters, Clifford Chance und Allen & Overy sind die Umsätze im wesentlichen stabil geblieben oder leicht zurück gegangen. Ein anderes Bild zeigt sich aber beim Pro-Kopf-Umsatz: Hier können Clifford und Freshfields zulegen – Linklaters und Allen & Overy eher nicht.

Mehr Umsatz mit weniger Anwälten

Freshfields Bruckhaus Deringer hat im abgelaufenen Geschäftsjahr sowohl in Deutschland als auch in Österreich beim Pro-Kopf-Umsatz die Marke von 800.000 Euro geknackt. Das bedeutet ein Plus von rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Freshfields liegt damit weiterhin sogar vor einigen US-Kanzleien, wie etwa Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, die traditionell zum engen Kreis der besonders produktiven Kanzleien im deutschen Markt zählen.

Mittelstandsberater

Die 50 umsatzstärksten Mittelstandsberater in Deutschland haben im vergangenen Jahr insgesamt 1,8 Milliarden Euro erlöst. JUVE hat für das Geschäftsjahr 2016 erstmals die Umsätze der wichtigsten mittelstandsberatenden Kanzleien erhoben. Auffällig ist unter anderem die starke Präsenz der WP-Gesellschaften in dieser Liste.

Ranking

Die zehn größten Steuerberatungsgesellschaften Deutschlands erwirtschafteten im vergangenen Geschäftsjahr in der Steuer- und Steuerrechtsberatung zusammen knapp zwei Milliarden Euro. Dies zeigt das von JUVE erhobene, erstmalige Ranking der Top-10 hierzulande, in das ausschließlich die Umsätze in der Steuer- und Steuerrechtsberatung eingeflossen sind.

Rekordumsatz

Flick Gocke Schaumburg hat im vergangenen Jahr mehr eingenommen als jemals zuvor. JUVE-Recherchen zufolge hat die Kanzlei 2016 mit Steuer- und Steuerrechtsberatung sowie der weiteren Rechtsberatung 118,5 Millionen Euro umgesetzt. Außerdem erhöhte die steuerzentrierte Kanzlei die Auslastung ihrer Berufsträger und steigerte den Umsatz pro Berufsträger (UBT) um zehn Prozent.

Aufholjagd

Die deutschen Partner von Dentons blicken nicht nur auf ein bewegtes, sondern auch sehr erfolgreiches Jahr zurück: Ihr Umsatz stieg auf eine neues Rekordhoch von 46,49 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von rund 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit hat sich der Umsatz seit dem Zusammenschluss der europäischen Kanzleien Salans, der kanadische FMC Fraser Milner Casgrain und SNR Denton mehr als verdoppelt.

Kanzleiumsätze

Mit einem Umsatzsprung von fast 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat Gleiss Lutz Rekordzahlen für 2016 erzielt: Laut JUVE-Informationen setzte die deutsche Kanzlei im vergangenen Geschäftsjahr 190 Millionen Euro um. Im Vorjahr waren es noch 167 Millionen Euro.

CMS Hasche Sigle

CMS Hasche Sigle hat das vergangene Geschäftsjahr mit einem moderaten Umsatzplus von rund drei Prozent abgeschlossen: Die nach Berufsträgern größte Kanzlei erwirtschaftete 2016 gut 295 Millionen Euro. Die Steigerung beim Umsatz pro Berufsträger fiel mit rund vier Prozent geringfügig höher aus. Der Boom aus dem Vorjahr ist damit allerdings erst einmal abgebremst: 2015 hatte CMS ihren Umsatz noch um acht Prozent steigern können.

Noerr

Noerr hat im vergangenen Jahr bei der Umsatzentwicklung eine Nullrunde hingelegt: Die Kanzlei erwirtschaftete wie im Vorjahr rund 190 Millionen Euro. Das Ergebnis erzielten rund 360 Vollzeit tätigen Berufsträger (FTE). Die Teamgröße ist damit gleichgeblieben, so dass die Produktivität ebenfalls auf gleichem Niveau verharrt. Im Vorjahr hatte die Kanzlei ihren Umsatz noch um knapp 7, ihre Produktivität um knapp 2 Prozent steigern können.