Insolvenzen

Die seit letztem Jahr mit PricewaterhouseCoopers verbunde Insolvenzkanzlei Schultze & Braun hat im 2. Quartal dieses Jahres durch die Übernahme der Insolvenzabteilung von Schulze Castringius & Partner ein Büro in Bremen eröffnet. „Ausgangspunkt war, daß wir in Norddeutschland einen Standort haben wollten“, erklärt Dr. Eberhard Braun die Vorgehensweise. Man hat sich dann nach einem geeigneten Partner umgesehen, und in den Insolvenzverwaltern Edgar Grönda und Uwe Kuhmann und ihrem Team die passenden Leute gefunden.

Bereits am 19. Februar 1999 haben sieben Insolvenzverwalter ein neues Kontaktforum für ihren Bereich eingerichtet. Die Insolvenzverwalter, die gleichzeitig dem Vorstand des Arbeitskreises Insolvenzrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) angehören, haben den neuen Bund außerhalb des DAV unter dem Namen Arbeitskreis der Insolvenzverwalter Deutschland e. V. etabliert. Der Vorstand besteht derzeit aus fünf namhaften Verwaltern.

Der Fachanwalt für Insolvenzrecht ist nunmehr fast beschlossene Sache. In ihrer Sitzung in Köln vom 21./22. März 1999 hat die 7. Satzungsversammlung bei der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) diese und weitere Änderungen zur Fachanwaltsordnung vereinbart.Der Vorstand der BRAK muß zwar noch zustimmen, aber fest steht bereits, daß der Katalog der Fachanwaltschaften auf sieben erweiten wird. Die Qualifikationsanforderungen umfassen neben 60 allgemeinen Fällen die Mitwirkung als Insolvenzverwalter in mindestens fünf Insolvenzverfahren nach der InsO, wobei der Schuldner in zwei Verfahren mehr als fünf Arbeitnehmer beschäftigt haben muß. Im theoretischen Teil müssen 60 Zeitstunden betriebswirtschaftliche Grundlagen in Buchführung, Bilanzierung, Rechnungslegung, Sanierung und Liquidation nachgewiesen werden.

Die angesehene Kölner Insolvenzrechtskanzlei Klasmeyer, Elsner & Ringstmeier hat sich dem Kölner Büro von Heuking Köln Lüer Heussen Wojtek angeschlossen.„Die Initiative für das Zusammengehen ging von uns aus“, erklärt dazu Dr. Hans-Jochem Lüer, Leiter des Kölner Heking-Büros und selbst bekannter Insolvenzrechtler, und zeigt sich besonders befriedigt über den Zuwachs komplementärer Qualitäten für den Standort: „Damit ist endlich die Insolvenzschiene wieder vollständig.“ Das Kölner Büro könne jetzt wieder Sanierungsberatung und Insolvenzverwaltung in und aus einer Hand anbieten.

Gespräche zwischen der Insolvenzkanzlei Schultze & Braun und Coopers & Lybrand haben jetzt zu einem Anschluss der Kanzlei an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geführt. Seit dem 1. Juli ist Coopers damit die erste große deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die über eine eigene Einheit für Insolvenzrecht verfügt.„Das ist ein Paradigmenwechsel in Deutschland“, kommentiert der Seniorpartner der Kanzlei, Dr. Eberhard Braun, „die großen Wirtschaftsprüfer haben das in Deutschland bislang nicht gemacht. Im Ausland ist es dagegen längst üblich.“ Damit bezieht sich Braun unter anderem auf Großbritannien, wo Coopers bereits seit langem im Insolvenzgeschäft aktiv ist.