Kanzleiumsätze

Umsatz 2018

Hogan Lovells übertrifft die eigenen Erwartungen: Mit einem Plus von 11,9 Prozent schafft die angloamerikanische Kanzlei den Sprung über die 200-Millionen-Euro-Marke. Insgesamt 219,2 Millionen Euro erwirtschafteten die vier deutschen Standorte, die sich damit als Zugpferd der kontinentaleuropäischen Entwicklung präsentieren. Der höhere Umsatz treibt auch den Umsatz pro Berufsträger trotz Personalzuwachs wieder in alte Höhen.

Umsatz

Sie wächst und wächst und wächst: Im vergangenen Jahr verbreiterte sich nicht nur die Personaldecke von Heuking Kühn Lüer Wojtek signifikant, sondern auch der Umsatz stieg. Die Kanzlei erwirtschaftete 177 Millionen Euro und damit 18,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Hoch hinaus

Die vier deutschen Büros von Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan konnten im vergangenen Jahr ihren Umsatz um satte 54,3 Prozent auf 29 Millionen Euro steigern. Nach drei Jahren rückläufiger Umsätze in Deutschland in Folge bedeutet die enorme Steigerung für die US-Kanzlei ein neues Rekordergebnis. Auch beim Umsatz pro Berufsträger erreichte Quinn Emanuel einen neuen Höchstwert.

Fusion

Ince & Co fusioniert mit der britischen Kanzlei Gordon Dadds. Mit einem Gesamtumsatz von über 110 Millionen Pfund, umgerechnet etwa 123 Millionen Euro, gilt die neue Einheit als größte börsennotierte Anwaltskanzlei in Großbritannien. Der Zusammenschluss betrifft auch die beiden deutschen Büros von Ince, die neben ihrem langjährigen Hamburger Standort, seit zwei Jahren auch in Köln präsent ist.

Kommentar zur DSGVO

Seit fünf Monaten gilt die Datenschutzgrundverordnung. Wer sie ignoriert, setzt die Existenz seines Unternehmens aufs Spiel. Die angedrohte Strafe ist schmerzvoll: Bis zu zehn Millionen Euro oder zwei Prozent des Jahresumsatzes können fällig werden. Wer sich bis heute immer noch nicht darauf eingestellt hat, ist selbst schuld.

Trotz Brexit

US-Kanzleien sind auch im britischen Markt auf dem Vormarsch. Die zehn am schnellsten wachsenden Kanzleien in London stammen alle aus den USA. Das haben Recherchen des Londoner Branchenmagazins ,The Lawyer‘ ergeben. Inzwischen kommen 21 der 50 umsatzstärksten Einheiten in London aus den Vereinigten Staaten.

Beraubter Staat

Das Ausmaß dubioser Cum-Ex-Geschäfte ist offenbar um ein vielfaches größer als bisher gedacht. Betroffen sind neben Deutschland zehn weitere europäische Länder. Der Schaden soll bei mindestens 55,2 Milliarden Euro liegen, auf Deutschland fallen wohl mindestens 31,8 Milliarden. Das haben Nachforschungen des Recherchekollektivs ‚Correctiv‘ ergeben.

Insolvenz

Die Weilheimer Modehandelskette K&L hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Unternehmen gibt an, die Marktentwicklung im September habe zu katastrophalen Umsatzeinbrüchen geführt. Knapp 1.200 Mitarbeiter hoffen auf die Sanierung eines der größten Sanierungsfälle des laufenden Jahres.

Interview mit dem Chief Operating Officer von Norton Rose

Erst McKinsey, dann Hengeler Mueller, jetzt Norton Rose ­Fulbright: Seit einem Jahr ist Alexander Thau Chief ­Operating ­Officer der Kanzlei. In dieser Zeit hat sich der Umsatz pro Berufsträger der deutschen Praxis, die in Sachen ­Produktivität eher im Mittelfeld rangiert, deutlich erhöht. Thau meint: Wirtschaftlicher Erfolg hat vor allem mit Vertrauen zu tun.

Interview mit EY Law

EY Law ist hat seinen Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr um fast 20 Prozent gesteigert. Der Rechtsarm der Big 4-Gesellschaft ist inzwischen eine ernstzunehmende Anlaufstelle wechselwilliger Quereinsteiger aus renommierten Kanzleien geworden. JUVE sprach mit Christian Bosse, seit 2014 Managing-Partner von EY Law Germany, über seine To-do-Liste für die nächste Zeit.

Kanzleiumsätze

Zwei deutsche Großkanzleien haben es neu in die JUVE Top 10 der umsatzstärksten Kanzleien geschafft: Luther und Heuking Kühn Lüer Wojtek. Dafür stiegen White & Case und Allen & Overy ab. Clifford Chance hat als einzige Top 10-Kanzlei weniger Umsatz als im Vorjahr erwirtschaftet. Dass es neue Kanzleien in der Spitzengruppe gibt, hat auch mit VW zu tun. Zehn Jahre nach der Lehman-Pleite schwimmen die Wirtschaftskanzleien in Deutschland wieder im Geld: Der Rechtsmarkt ist milliardenschwer. Die 100 umsatzstärksten Kanzleien setzten im Geschäftsjahr 2017/18 zusammengerechnet 6,33 Milliarden Euro um – sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Da waren es noch 5,91 Milliarden Euro.