Kanzleiumsätze

Steil aufwärts

Die deutschen Praxen von Hogan Lovells und White & Case haben das abgelaufene Geschäftsjahr 2015 jeweils mit einem kräftigen Umsatzplus abgeschlossen. Beide legten prozentual zweistellig zu. Auch ihre Produktivität steigerten beide Kanzleien um mehr als zehn Prozent.

Umsätze 2015

White & Case hat das Geschäftsjahr 2015 mit einem kräftigen Umsatzplus abgeschlossen: Rund 11,5 Prozent mehr als 2014 erwirtschafteten die fünf Büros hierzulande und kamen auf 126 Millionen Euro. Ihre Produktivität steigerte die deutsche Praxis sogar um 12,7 Prozent, jeder der 206 Vollzeit tätigen Berufsträger setzte rechnerisch 612.000 Euro um. Damit stellt die Kanzlei die bisherige Bestmarke beim Umsatz pro Berufsträger von 543.000 Euro aus dem Vorjahr deutlich in den Schatten.

Hogan Lovells

Die deutschen Hogan Lovells-Büros haben im abgelaufenen Geschäftsjahr den höchsten Umsatz seit der Fusion von Hogan & Hartson und Lovells 2010 eingefahren. Sie erwirtschafteten rund 160 Millionen Euro. Das sind gut 19 Millionen Euro und damit rund 13,6 Prozent mehr als 2014. Damit legte Hogan Lovells so deutlich zu wie bis dato keine andere Großkanzlei, deren Geschäftsjahr zum Kalenderjahr endet.

Umsatztrend für 2015

Die ersten Umsatzzahlen, die für 2015 aus den größten Wirtschaftskanzleien hierzulande bekannt werden, deuten auf ein neues Rekordjahr der Branche hin. Die Abstände zwischen den zehn umsatzstärksten Kanzleien werden dabei immer geringer. Nach einer weiteren kräftigen Steigerung rückt Heuking Kühn Lüer Wojtek erstmals unter die Top Ten vor, der Sprung von Noerr unter die Top 5 scheint nach einem ebenfalls klaren Plus greifbar.

Flaute am Jahresbeginn

Die 50 umsatzstärksten Sozietäten hierzulande haben zum Jahresbeginn 2016 deutlich weniger Anwälte aus den eigenen Reihen in ihre Equity-Partnerriegen aufgenommen als vor Jahresfrist. Dies ergab eine aktuelle JUVE-Umfrage. In den 28 Kanzleien, die aus dem Kreis zum Januar ihre Partnernennungen vornehmen, stiegen nun lediglich 44 Anwälte zum Equity-Partner auf, im Vorjahr waren es noch 51. Die Zahl weiblicher Neupartner ist verschwindend gering.

Umsatz

CMS Hasche Sigle hat ihren Umsatz im vergangenen Jahr so stark gesteigert wie zuletzt im Boomjahr 2006. Mit einem Plus von acht Prozent im Vergleich zu 2014 kam die Sozietät auf einen Umsatz von rund 286 Millionen Euro. Zudem blieb - anders als in den beiden vergangenen Jahren - der Umsatz pro Berufsträger (UBT) beim Wachstum nicht auf der Strecke.

Erste Umsatzzahlen für 2015

Es sind die ersten Umsatzzahlen der großen Kanzleien hierzulande, die für das Geschäftsjahr 2015 offiziell vorliegen: Heuking Kühn Lüer Wojtek erwirtschaftete 131,6 Millionen Euro und damit 8,8 Prozent mehr als 2014. Es ist ein weiterer neuer Rekord für die Kanzlei, die dadurch mit großer Wahrscheinlichkeit auf Rang 10 der umsatzstärksten Sozietäten vorrücken und Taylor Wessing verdrängen wird.

Das war 2015

Kurz bevor sich das Jahr 2015 seinem Ende entgegen neigt, hat die JUVE-Redaktion die 25 Nachrichten ausgewertet, die auf den größten Zuspruch unter unseren Lesern gestoßen sind. Wie schon in früheren Jahren belegten die Nachrichten zu den JUVE und azur Awards auch 2015 Spitzenplätze. Daneben wurden vor allem Meldungen zu Haftungsfällen, Umsatz- sowie Gehältertrends und den großen Skandalthemen wie der VW-Abgasaffäre und die DFB-Affäre am häufigsten angeklickt.

Bonn

Der Leiter der Umsatzsteuerpraxis bei Flick Gocke Schaumburg, Dr. Ulrich Grünwald, verlässt die Kanzlei. Mitte November schließt sich der 52-Jährige als Partner dem Berliner Büro der Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte an. Von dort wird er innerhalb der Abteilung für Umsatzsteuern, der Service Line VAT (Value Added Tax), die Region Nord/Ost innerhalb von Deloitte Deutschland repräsentieren.

UPC

Italien wird das 26. Mitglied des neuen europäischen Patentsytems (UPC). Mit dem Beitritt schließt sich eine wichtige Lücke im Geltungsbereich des Systems, denn Italien ist der viertgrößte europäische Markt für Patentvalidierungen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Spanien: Das Land, das sich lange gemeinsam mit Italien gegen das neue System gesträubt hatte, steht nun isoliert da.

VW-Abgasskandal

In die rechtliche Aufarbeitung des Abgasskandals beim Autobauer Volkswagen kommt weitere Bewegung: Neben der US-Kanzlei Jones Day ist nach JUVE-Informationen auch Arqis vom VW-Aufsichtsrat beauftragt worden. Die Kanzlei soll, wie es heißt, vor allem hinsichtlich der Aufsichtsratspflichten bei Personalentscheidungen Hilfestellung geben. VW hat im Zuge des Abgasskandals bereits etwa ein Dutzend Mitarbeiter und Manager beurlaubt oder entlassen.