Kanzleiumsätze

WP-Kanzleien

Der Aufstieg der Anwaltsarme der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften Deutschlands scheint vorerst gestoppt. Von den fünf größten aus diesem Kreis, KPMG, PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young, Deloitte und BDO, steigerte lediglich PwC Legal ihren Umsatz deutlich. Die anderen konnten ihre massiven Zuwächse nicht wiederholen. Tatsächlich pendelten sich die Umsätze auf dem Stand des Vorjahres ein beziehungsweise fielen sogar etwas ab.

Kanzleikennzahlen

10.800 Mitarbeiter, die gemeinsam 5,2 Milliarden Euro erwirtschaften. So lässt sich kurz und knapp das vergangene Geschäftsjahr der 100 umsatzstärksten Kanzleien in Deutschland zusammenfassen. Die JUVE Redaktion, die seit Jahren die Umsatzzahlen von Kanzleien recherchiert, legte nun erstmals die Zahlen der Top-100-Sozietäten offen.

Umsatzzahlen

Der stärkste prozentuale Umsatzgewinn im Geschäftsjahr 2014/15 der 100 wichtigsten deutschen Wirtschaftskanzleien gelang Sonntag & Partner. Auch das größte Plus beim Umsatz pro Berufsträger verzeichnete eine mittelständische Kanzlei, Esche Schümann Commichau.

Luft wird dünn

Die größten deutschen Wirtschaftskanzleien wachsen weit langsamer als noch vor einem Jahr. Das zeigt die Entwicklung der zehn umsatzstärksten Sozietäten hierzulande im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15. Zusammengerechnet erwirtschafteten sie rund 1,95 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bird & Bird

Am Ende eines außergewöhnlich ereignisreichen Geschäftsjahres stehen bei Bird & Bird Umsatzzahlen, die einen Gegenpol dazu bilden: Die Produktivität ist fast unverändert, der Umsatz ging bei leicht verkleinerter Mannschaft etwas zurück. Konkret kam die deutsche Praxis auf 64 Millionen Euro Umsatz, ein Minus von 2,7 Prozent nach 65,8 Millionen Euro im Vorjahr. Diesen Umsatz erwirtschafteten 163 anstelle von 168 Vollzeit tätige Anwälte. Jeder Berufsträger kommt damit rechnerisch auf einen Umsatz von 393.000 Euro.

Clifford Chance

Die weitreichenden Umstrukturierungen, die sich Clifford Chance selbst verordnet hat, lassen sich auch am Umsatz des vergangenen Geschäftsjahres ablesen: Mit einem Ergebnis von 188 Millionen Euro erwirtschaftete sie 7,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 4,1 Prozent.

Kein Umsatzplus

Die deutschen Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer haben in ihrem Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz des Vorjahrs gehalten. Mit 355 Millionen Euro dürfte Freshfields damit erneut die umsatzstärkste Kanzlei in Deutschland sein. Allerdings fiel der Umsatz pro Berufsträger (UBT) leicht. Das internationale Umsatzergebnis der Kanzlei zeigt sich mit 1,245 Milliarden britischen Pfund ebenfalls stabil.

Vorgelegt

Mit einem satten Umsatzplus von 9 Prozent hat Allen & Overy das Geschäftsjahr 2014/15 abgeschlossen. Die deutsche Praxis setzte 135,2 Millionen Euro um (im Vorjahr 124 Millionen Euro). Noch wichtiger ist aber der verbesserte Umsatz pro Berufsträger (UBT).

Umsatz

Die deutsche Praxis von Linklaters hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 Einnahmen in Höhe von 184,6 Millionen Euro erzielt. Damit steigerte die Kanzlei hierzulande ihrem Umsatz gegenüber dem sehr guten Vorjahr nochmal um 3,7 Prozent. Auf internationaler Ebene verabschiedet sich Managing-Partner Simon Davies ebenfalls mit sehr soliden Gewinnen aus seiner Führungsrolle: Er wird im Januar 2016 zu Lloyds Banking Group wechseln.

Expansion

Die Umsatzsteuerboutique Küffner Maunz Langer Zugmaier hat im Mai ein Büro in Düsseldorf eröffnet. Es ist neben München der zweite Standort für die 2006 gegründete Spezialkanzlei. Zunächst arbeiten in der neuen Dependance ausschließlich Anwälte, die bereits in der Kanzlei tätig waren.