Insolvenzen

Nach drei Jahren gehen die Namenspartner der Kölner Insolvenzkanzlei Dr. Nerlich Kreplin wieder getrennte Wege: Georg Kreplin verließ Anfang Juli 2003 das Düsseldorfer Büro und machte sich in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt selbstständig.Bereits Ende Mai hatte sich mit Florian Dennler ein weiterer Partner aus der Bonner Dependance der Kanzlei in die Selbstständigkeit verabschiedet.

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Bereits seit einigen Tagen radelt Bianchi, das neue Team des ehemaligen Tour-Siegers Jan Ullrich, bei der Frankreich-Rundfahrt mit. Mit dem erst vor wenigen Wochen perfekt gemachten Wechsel von Ullrich und seinen Mannen zu Bianchi kam es zu einer Premiere: Erstmals ist es gelungen, ein gesamtes Sportteam mit 19 Aktiven aus einem laufenden Insolvenzverfahren herauszulösen.Berater Bianchi

Schultze & Braun

Zeitgleich mit der Umorganisation von PwC Veltins erfolgt auch das Ende der Kooperation zwischen der WP-Gesellschaft und der Insolvenz-Großkanzlei Schultze & Braun aus dem baden-württembergischen Achern. Das 1998 geschlossene Bündnis, in dessen Zuge die neben der Rechtsanwaltskanzlei bestehende Schultze & Braun GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als 100-prozentige Tochter bei PwC eingegliedert worden war, wurde zum 30. Juni aufgelöst.

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Es war eine schöne Idee: Nach dem Einkaufsbummel noch schnell mal beim Anwalt nachfragen, ob der Vermieter den Wasserfleck beseitigen muss oder ob der Arbeitgeber die private Nutzung des Internets verbieten kann. Die Müller-Dieckert Rechtsanwalts GmbH bot Rechtsrat unter dem Dach ihrer Kooperationspartner Karstadt und Famila in vier, fünf deutschen Städten an - und hielt kein Jahr durch. Offensichtlich zu groß war der Widerstand der örtlichen Kammern (JUVE 01/04), zu gering die Nachfrage bei Mandanten. Am 11. Juni wurde - nach kurzer Prüfung - in Hamburg das reguläre Insolvenzverfahren eröffnet.++++ Als der Hamburger Anwalt Jens-Sören Schröder (Johlke, Niethammer & Partner) Mitte Mai als vorläufiger Verwalter bei Müller-Dieckert eingesetzt wurde, war schon nichts mehr zu retten. Sowohl in der Zentrale am Millertorplatz im Hause der Medienport AG, als auch in den noch bestehenden Kaufhaus-Filialen in Berlin, Nienburg und Chemnitz hatten die insgesamt neun Beschäftigten ihre Arbeit bereits seit seit zwei Wochen eingestellt, die Anwaltszulassung der GmbH war an die hanseatische Kammer zurückgeben worden - Schluss. Schröder sagt, das Konzept "neben der Tütenmlich der Anwaltsrat" ist zwar nicht schlecht, aber es steckte auch nicht genug Know-how und Organisation dahinter, um wenigstens das Geschäftsmodell zu veräußern. Um die Schulden der Kanzlei auszugleichen, muss er jetzt die noch ausstehenden Gebühren von bisherige Mandanten eintreiben. "Überschaubar" nennt das der Verwalter, der im vergangenen Jahr das große, bundesweit beachtete Verfahren der insolventen Ufa-Kinos mit einem Verkauf positiv abschloss (JUVE 11/02, 08/03). ++++

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Ganz schön dünnhäutig gab sich DR. EBERHARD BRAUN (SCHULTZE & BRAUN) nachdem er sein Amt als Vorstandsvorsitzender von GRUNDIG Ende Mai 2003 niedergelegt hatte. Der routinierte Insolvenzverwalter, nur rund zwei Monate zuvor an die Unternehmensspitze berufen, war offensichtlich so erzürnt über einen Bericht in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass seine Kanzlei sich gezwungen sah, auf ihrer Homepage zu dem Artikel Stellung zu nehmen. Nachdem beanstandet wurde, dass die Beschreibung einer Insolvenz in Eigenverwaltung in der "FAZ" - vorsichtig gesagt - schief war (die Schultze & Braun-Pressemitteilung war weniger diplomatisch und warf der Zeitung einen "fundamentalen Mangel an Kenntnissen des neuen Insolvenzrechts" vor), verteidigte sich die Kanzlei noch gleich gegenüber Vorwürfen, die der Leser des "FAZ"-Berichts vergeblich suchen musste - wie etwa die "inzident" von der "FAZ" aufgestellte Behauptung, "Braun habe durch seine kurzfristige Tätigkeit als Vorstandsmitglied besondere finanzielle Vorteile erlangt". Dies sei "unrichtig", so die Kanzlei. Und seitdem wissen wir, dass es keinen schriftlichen Dienstvertrag zwischen Grundig und Braun gab und damit auch "keinerlei Entschädigungsforderungen für den Vorstand, der sein Amt niedergelegt hat" -allerdings hatte die Zeitung auch nichts Gegenteiliges behauptet.

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Ein Konsortium amerikanischer Investoren unter Führung der AvCraft Aviation LLC hat aus der Insolvenz des Regionalflugzeugbauers Fairchild Dornier die Teil-Produktion des Regionaljets Typ 328, sowie den Bereich Customer Services und 18 fertige Flugzeuge übernommen. Der neue Eigentümer will rund 300 neue Arbeitsplätze in Oberpfaffenhofen schaffen und jährlich rund 40 Maschinen produzieren. Berater AvCraft Aviation

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Die Crédit Suisse First Boston (CSFB) AG hat im Rahmen ihrer Auflösung ihr US Leasing Portfolio mit einem Gesamtvolumen von rund fünf Milliarden Euro auf die Crédit Suisse AG übertragen. Von dieser bankinternen Restrukturierungsmaßnahme waren insgesamt 83 einzelne Leasing-Transaktionen berührt. Damit übernimmt nun die Schwestergesellschaft der CSFB deren Rolle als Verwalterin der Leasing-Raten, die öffentliche deutsche Leasingnehmer, wie Kommunen, US-Investoren als Leasinggebern zahlen. Berater Crédit Suisse/Crédit Suisse First Boston

Pro Sieben Sat 1

Nachdem der Verkauf der KirchMedia-Tochter an den US-Investor Haim Saban gescheitert ist, sind nun Teile des Insolvenz-Managements von Kirch in den Aufsichtsrat gewählt worden, darunter als Vorsitzender KirchMedia-Insolvenzverwalter und Rechtsanwalt Dr. Michael Jaffé (Jaffé & Kollegen, München) und der Kölner Görg-Anwalt Dr. Oliver Wilken.Wilkens Kanzlei, Görg Rechtsanwälte, hatte die Sanierungbemühungen und Insolvenz des Kirch-Konzerns von Anfang an rechtlich begleitet. Sie stand stets in engem Kontakt zu der in der Krise eingesetzten Geschäftsführung um den Düsseldorfer Insolvenzspezialisten Wolfgang van Betteray (Metzeler van Betteray Buchalik) und den Kölner Unternehmensberater Hans-Joachim Ziems (Grasberger, Ziems & Partner), die ebenfalls beide im Aufsichtsrat Platz genommen haben.

  Juve Plus Insolvenzticker

Mitte April war das Bangen groß. Würde es DR. SIEGFRIED BECK (DR. BECK & PARTNER) schaffen? Nicht dass man an der Kompetenz des damals bei GRUNDIG frisch bestellten vorläufigen Insolvenzverwalters aus Nürnberg zweifelte. Nein, die Frage war, ob er durch das Verfahren so in Beschlag genommen werden würde, dass er keine Zeit mehr für die

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Bei der zum BHW-Konzern gehörenden AHBR haben Gesellschaft und Betriebsrat im April einen Sozialplan vereinbart. Hintergrund des Abbaus von 240 Stellen ist ein Programm zur Einsparung von 30 Prozent Personal- und Sachkosten. Einziger deutscher Standort soll künftig Frankfurt sein. Im Zuge eines Strategiewechsels konzentriert sich AHBR außerdem auf das klassische Hypothekengeschäft im Bereich in- und ausländischer Immobilienfinanzierung. Berater AHBR

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Die Techem AG, M-Dax-Dienstleistungsunternehmen für Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, hat das Personalwesen und die Konzernfinanzen restrukturiert. Gesellschaft und Betriebsrat vereinbarten Anfang April einen arbeitsrechtlichen Interessenausgleich und Sozialplan für Änderungen der Betriebsabläufe und eine Personalreduzierung für den größten Techem-Standort in Eschborn.