Insolvenzen

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Wer kennt die Boizenburg Gail Inax AG? Wahrscheinlich fast niemand. Die Aktiengesellschaft ist die Holding dreier Tochterunternehmen der Innenarchitektur-Branche, u.a. der Gail Architektur-Keramik GmbH im hessischen Gießen. Der Betrieb, mit 35 Mitarbeitern nicht gerade ein Riese, befindet sich wie seine Mutter seit 1997 im Gesamtvollstreckungsverfahren – so weit, so normal. Nur: Gail ist der Konkursverwalter flöten gegangen. Kurz vor der geplanten Unterzeichnung mehrerer offensichtlich wichtiger Kaufverträge hat sich Verwalter Hans-Jürgen Lutz (Lutz, Lehmann & Partner) aus Hamburg abgesetzt. Keiner weiß wohin, die Staatsanwaltschaft hat gegen den Anwalt ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Unterschlagung und der Untreue eingeleitet.

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Im Rahmen der Restrukturierung des niederländischen Logistikdienstleiters IFCO Systems N.V. ist es im Januar zu einem Umtausch von Inhaberschuldverschreibungen in neue Aktien gekommen (debt-for-equity swap). Die neuen Unternehmensanteile wurden für Senior Subordinated Notes in Höhe von insgesamt 200 Millionen Euro ausgegeben. Als Listing Agent fungierte dabei die Commerzbank. (Jörn Poppelbaum)Berater IFCO Systems

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Die Restrukturierung des Kabelnetzbetreibers iesy ist im Februar 2003 zum Abschluss gekommen. Die Mehrheit der Gesellschaftsanteile im operativen Teil des stark verschuldeten Unternehmens übernahmen dabei die Anleihe-Gläubiger um die Investmentfirmen Apollo und Pequot in einem "debt-to-equity-swap" von NTL und Klesch bzw. der Deutschen Telekom.Voraus gegangen waren auch Gespräche mit den beteiligten Banken. Die Rest-Verbindlichkeiten der Holding wurden auf eine neu gegründete US-Firma übertragen, so dass die in Deutschland verbliebenen Gesellschaften nunmehr schuldenfrei sind. (Jörn Poppelbaum)

Stephen Foster (45), einer der bekanntesten Insolvenzrechtler der englischen Haupstadt, wechselt ins Londoner Lovells-Büro.Der bisherige CMS Cameron McKenna-Partner verfügt über gute Kontakte zur Royal Bank of Scotland (RBS). Sein Weggang wird an der Themse deswegen als schmerzlicher Verlust für die angesehene Restrukturierungspraxis bei CMS gewertet.

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Nein, es ist keine gute Zeit, um im Handel sein Geld zu verdienen. Beobachter der Branche führen die Negativnachrichten auf die schlechte Konjunktur, fehlende Nachfrage und ein schlechtes Marktumfeld zurück. Selbst Vorzeigefirmen wie der Parfümerie-Anbieter Douglas oder die Metro AG haben zu kämpfen. Douglas machte im wichtigen Weihnachtsmonat Dezember ein Umsatzminus von 4,3 Prozent, und auch der Düsseldorfer Handelsriese Metro spricht von einem Umsatzzuwachs „am unteren Rand der Erwartungen“.So überrascht es nicht, dass bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres ein größerer Einzelhändler vor dem möglichen Aus steht: Die Kölner Discount-Kette Urban musste den Gang zum Insolvenzrichter antreten.

  Juve Plus Insolvenz der Plettac AG

Beim Plettenberger Gerüstbauer und -dienstleister Plettac ist Dr. Winfried Andres (Dr. Andres u. Schneider) in der vergangenen Woche vom Amtsgericht Hagen zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden. Der Düsseldorfer Anwalt sagte gegenüber der Presse, die Chancen seien gut, den Konzern vor einer Zerschlagung zu retten. Das Geschäft sei durch Absatzfinanzierungen in den 1990er Jahren belastet worden.

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„Deutschland steht am Ende der Wachstumsskala, aber ganz vorn im europäischen Pleiten-Ranking“, hieß es Anfang Dezember von der Wirtschaftsauskunftsdatei Creditreform. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen habe in diesem Jahr einen neuen Höchststand erreicht und werde weiter steigen. Creditreform schätzt, dass es eine Zunahme gegenüber dem letzten Jahr von 16,4 Prozent auf 37.700 Fälle geben werde, insgesamt gehe es 2002 um 590.000 Arbeitsplätze.

Abschied von Luther

Dr. Georg Streit, bislang EY Law Luther Menold-Partner, wechselt zu Wellensiek Grub & Partner. Streit leitet ab 1. Januar 2004 das kürzlich gegründete Münchner Büro der Insolvenzrechtskanzlei. Mit dieser Arbeit hat der Neuzugang Erfahrung. Schon für Luther Menold baute er die erst 2002 gegründete Niederlassung in Mannheim auf. Neuer Standortleiter in Mannheim ist der Senior Associate Dr. André Große-Vorholt."Die enge Eingliederung der Anwaltsgesellschaft in den Ernst & Young-Verbund hätte für mich zu erheblichen Verlusten geführt, da ich u.a. SEC-Mandate betreue", begründete Streit seinen Weggang. Bereits Ende September hatte er dies der Kanzleiführung mitgeteilt. Auch Dr. Stefan Kraus, Managing Partner von EY Law Luther Menold, erklärte: "Der Beschluss, EY Law beizutreten, hatte negative Auswirkungen auf sein Mandantenportfolio."

Die insolvenzrechtlich ausgerichteten Sozietäten Hess Wienberg Freund & Partner (Stammsitze: Mainz, Dresden) und Brandenburg & Wilhelm (Stammsitz: Hamburg) haben sich zum 1. Dezember 2002 zusammengeschlossen. Durch die Fusion entsteht die nach Anzahl von Berufsträgern, Verwaltern und Büros zweitgrößte deutsche Insolvenzrechtskanzlei.Dem neuen Akteur mit dem offiziellen Kürzel HWW gehören 12 Partner und insgesamt 56 Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater an. Sie ist an bundesweit 16 Standorten vertreten, 13 Berufsträger werden derzeit als Insolvenzverwalter bestellt. Der Schwerpunkt der Verwaltungen liegt in ganz Nord- und Ostdeutschland. Zudem verfügt HWW über ein aufstrebendes Büro in München.

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Vor kurzem ist das Meisterwerk „Der Pianist“ von Roman Polanski in die Kinos gekommen – eigentlich ein Grund zu feiern. Doch dürfte sich die Freude bei der Frankfurter Filmfirma DasWerk in Grenzen halten: Bei insgesamt 106 Einstellungen des Streifens besorgte sie die digitalen Effekte, der Insolvenzantrag ließ sich trotz dieses und vieler anderer prestigeträchtiger Projekte offensichtlich aber nicht vermeiden.Die vergangenen Wochen waren geprägt durch eine scheinbar zunehmende Häufung an Konkursen von IT-Firmen und in der Automobil-Zulieferindustrie. Das größte Insolvenzverfahren in dieser Branche stellte im Oktober das westfälische Traditionsunternehmen cdp Peddinghaus mit insgesamt knapp 1000 Mitarbeitern dar.

Der Justizminister von Baden-Württemberg Prof. Dr. Ulrich Goll (FDP) scheidet zum Jahresende aus dem Amt und wird Partner der Insolvenzkanzlei Wellensiek Grub & Partner.Die Stuttgarter Nachrichten berichten, dass Goll schon vor Monaten den Entschluss gefasst habe, seine Funktion in der Stuttgarter Landesregierung aus privaten und familiären Gründen aufzugeben. Jedoch habe man mit Rücksicht auf den Bundestagswahlkampf dicht gehalten, schreibt das Blatt weiter.