Kanzleiumsätze

Lünendonk-Studie

Die Top-25 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben im vergangenen Jahr ihren Umsatz in Deutschland um durchschnittlich rund acht Prozent und damit rund zwei Prozent stärker gesteigert als prognostiziert. Ein entscheidender Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage bei Rechts- und Steuerberatung, analysiert das Marktforschungsinstitut Lünendonk.

Gesundes Wachstum

Es ist kein Riesensprung, aber Linklaters befindet sich in einer gesunden Aufwärtsbewegung, was die Geschäftszahlen angeht. Im zweiten Jahr in Folge steht ein Plus von rund vier Prozent beim Umsatz in den Büchern.

Inhouse

Bilfinger schraubt weiter an seinen Strukturen: Olaf Schneider, seit November General Counsel des Mannheimer Unternehmens, hat auch den Bereich Corporate Compliance in seine Verantwortung übernommen. Gleichzeitig wurde der 45-Jährige zum Generalbevollmächtigten ernannt.

Freshfields

Die Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer in Deutschland und Österreich haben ihr Ende April abgelaufenes Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Die Deutschen schafften dabei eine Steigerung von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Österreicher legten sogar um knapp 11 Prozent zu.

Investitionsstreitigkeiten

Quo vadis, Investitionsschutz? Die Idee, der EU-Kommission, die einen TTIP-Gerichtshof für Investitionsstreitigkeiten vorgeschlagen hatte, entwickelt eine erstaunliche Dynamik. Dabei hatten viele den Vorschlag zunächst für ein halbherziges Zugeständnis an die Kritiker der üblichen Investor-Staat-Streitbeilegung (ISDS) durch Schiedsgerichte gehalten. Inzwischen sehen unter anderem schon Abkommen mit Kanada und Vietnam das EU-Modell vor. Doch dass man sich auch beim transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP darauf einigen wird, glaubt kaum jemand.

Umsätze 2015

Den mittelständischen Wirtschaftskanzleien in Deutschland geht es gut – zumindest, wenn man ihre Zuwachsraten beim Umsatz betrachtet. Im Schnitt legten sie 2015 um 4,2 Prozent zu. Gemeinsam erwirtschafteten die größten von ihnen rund 950 Millionen Euro. Diese exklusive JUVE-Analyse berücksichtigt aber nur jene 34 Sozietäten, die ihr Geschäftsjahr zum 31.12. abgeschlossen und über 10 Millionen Euro verdient haben. Noch bemerkenswerter: Auch den Umsatz pro Berufsträger (UBT) konnten viele Kanzleien steigern. Die Folge ist ein neuer Rekord beim UBT-Durchschnittswert. Illustrieren lässt sich dies am besten am Beispiel von zwei größeren Einheiten.

Umsatz 2015

Noerr hat 2015 in ihren deutschen Büros 190,2 Millionen Euro umgesetzt, 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies erreichte sie mit rund 360 in Vollzeit tätigen Berufsträgern, rund fünf Prozent mehr als 2014. In Konsequenz konnte die Kanzlei ihre Produktivität deutlich geringer steigern als den Umsatz. Zu Buche steht ein Umsatz pro Berufsträger (UBT) von rund 530.000 Euro. Dies ist ein Plus von 1,7 Prozent.

Erneut rasant zugelegt

Die deutsche Praxis von Dentons hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 2015 auf 38 Millionen Euro gesteigert. Das bedeutet eine Zunahme um 19 Prozent. Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem der Umsatz der expansiven Sozietät hierzulande um einen zweistelligen Prozentwert wächst, 2014 hatte sie um 18 Prozent zugelegt.

Kommentar

Rainer Traugotts Wechsel von Linklaters zu Latham & Watkins ist erneut ein Coup für die US-Kanzlei. Und er belegt, dass sich Top-Kanzleien aus Großbritannien am Scheideweg befinden. So begann intern bei Linklaters unmittelbar nach Bekanntwerden von Traugotts Ausscheiden erneut die Diskussion um das Lockstep-System: Muss das strikte Vergütungsmodell gelockert werden, um den umsatzstärksten Partnern mehr zu zahlen, damit sie dem Lockruf des US-Dollars widerstehen? Doch die Bedrohung wird dies- und jenseits des Ärmelkanals unterschiedlich stark empfunden.

Frauenförderung

Immer noch gibt es in Wirtschaftskanzleien gefühlt mehr Frauenförderprogramme als Equity-Partnerinnen. Seit Jahren stagniert der Frauenanteil in der Partnerschaft bei unter zehn Prozent. Auch die aktuelle azur-Erhebung bei 78 Kanzleien, darunter 65 der 100 umsatzstärksten Sozietäten im deutschen Markt, belegt das Ungleichgewicht. Auf dem Weg nach oben stehen den Frauen vor allem Männer im Weg. Aber auch ein unklares Bild von der eigenen Rolle verhindert den Erfolg.