Kanzleiumsätze

Umsatz

Die deutschen Großkanzleien haben mit ihrem Umsatz im Rennen um die Milliarden eine führende Rolle. Sie stellen die Hälfte der zehn umsatzstärksten Kanzleien hierzulande. Auch für die mittelgroßen deutschen Einheiten war es ein gutes Jahr: Deren durchschnittlicher Umsatz pro Berufsträger stieg erstmals über 400.000 Euro. Das ergaben aktuelle Recherchen der JUVE-Redaktion zu den Bilanzen des Geschäftsjahres 2015/16.

Bilanz 2015/16

Die 100 umsatzstärksten Kanzleien in Deutschland haben mehr umgesetzt als je zuvor, beschäftigten so viele Anwälte wie nie und arbeiteten gleichzeitig auch produktiver denn je. Dies ergeben Recherchen der JUVE Redaktion zur Bilanz der wichtigsten wirtschaftsberatenden Sozietäten im Geschäftsjahr 2015/16. Gewinner sind vor allem Finanz-/M&A-Kanzleien sowie Mittelstandskanzleien und Branchenspezialisten.

Noch ein Abgang bei Allen & Overy

Der führende Allen & Overy-Private-Equity-Partner Dr. Michael Bernhardt (43) wechselt zur US-Kanzlei Milbank Tweed Hadley & McCloy. Keine 14 Tage, nachdem der Wechsel von zwei weiteren Partnern bekannt wurde, ist sein Weggang ein erneuter herber Rückschlag für Allen & Overy. Bernhardt gilt als einer der umsatzstärksten M&A-Anwälte der Magic-Circle-Kanzlei in Deutschland.

Clifford Chance

Noch keine Trendwende in Sicht: Auch für das Jahr 2015 muss Clifford Chance einen Umsatzrückgang verkraften. Die Kanzlei erwirtschaftete 178,4 Millionen Euro Umsatz und damit 9,6 Millionen Euro weniger als im Vorjahr oder anders ausgedrückt ein Minus von 5,1 Prozent. Damit ist Clifford erneut das Schlusslicht unter den Magic-Circle-Kanzleien. Sowohl Linklaters als auch Allen & Overy und Freshfields Bruckhaus Deringer schlossen das Geschäftsjahr 2015 jeweils mit einem Umsatzplus ab.

Lünendonk-Studie

Die Top-25 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben im vergangenen Jahr ihren Umsatz in Deutschland um durchschnittlich rund acht Prozent und damit rund zwei Prozent stärker gesteigert als prognostiziert. Ein entscheidender Grund dafür ist die gestiegene Nachfrage bei Rechts- und Steuerberatung, analysiert das Marktforschungsinstitut Lünendonk.

Gesundes Wachstum

Es ist kein Riesensprung, aber Linklaters befindet sich in einer gesunden Aufwärtsbewegung, was die Geschäftszahlen angeht. Im zweiten Jahr in Folge steht ein Plus von rund vier Prozent beim Umsatz in den Büchern.

Inhouse

Bilfinger schraubt weiter an seinen Strukturen: Olaf Schneider, seit November General Counsel des Mannheimer Unternehmens, hat auch den Bereich Corporate Compliance in seine Verantwortung übernommen. Gleichzeitig wurde der 45-Jährige zum Generalbevollmächtigten ernannt.

Freshfields

Die Anwälte von Freshfields Bruckhaus Deringer in Deutschland und Österreich haben ihr Ende April abgelaufenes Geschäftsjahr mit einem Umsatzplus abgeschlossen. Die Deutschen schafften dabei eine Steigerung von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, die Österreicher legten sogar um knapp 11 Prozent zu.

Investitionsstreitigkeiten

Quo vadis, Investitionsschutz? Die Idee, der EU-Kommission, die einen TTIP-Gerichtshof für Investitionsstreitigkeiten vorgeschlagen hatte, entwickelt eine erstaunliche Dynamik. Dabei hatten viele den Vorschlag zunächst für ein halbherziges Zugeständnis an die Kritiker der üblichen Investor-Staat-Streitbeilegung (ISDS) durch Schiedsgerichte gehalten. Inzwischen sehen unter anderem schon Abkommen mit Kanada und Vietnam das EU-Modell vor. Doch dass man sich auch beim transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP darauf einigen wird, glaubt kaum jemand.