Kanzleimodelle: Noch halten alle dem gestiegenen Druck Stand

Diese Konzentration der internationalen Großkanzleien erlaubt es wiederum den deutschen Großkanzleien wie CMS Hasche Sigle, Noerr oder Luther, ihre Marktanteile im Mid-Cap-Bereich zu vergrößern.

Noch schaffen sie es, ihre zunehmenden Ambitionen beim High-End-Geschäft mit einer Beratung im Standardsegment unter einen Hut zu bringen – auch, weil sie weniger stark von den Profitabilitätserwartungen in den USA oder Großbritannien getrieben sind als ihre international integrierten Wettbewerber. Gleichzeitig lassen sie aber auch mit ihrer Orientierung in Richtung Marktführer den traditionellen kleineren und hoch qualifizierten Mittelstandsberatern mehr Raum.

Anders gelagert ist die Situation bei den deutschen Kanzleien Gleiss Lutz und Hengeler Mueller: Sie müssen zwar keine Vorgaben einer internationalen Kanzlei erfüllen, messen sich aber mit der Art ihres Geschäfts direkt mit den internationalen Großkanzleien, auch was Honorare und Associate-Gehälter betrifft.

Die Segmentierung des Beratermarkts ist stark aus den immer professionelleren Rechtsabteilungen getrieben, die über die Jahre immens gewachsen sind. Erstmals gibt es gesicherte Angaben zu ihrer Zahl – zumindest zu denen, die seit Jahresbeginn eine Zulassung zum Syndikusrechtsanwalt beantragt haben: Das waren gut 11.000. Für die Zulassung übernehmen die Arbeitgeber zwar die Kosten meist nicht, doch haben sie ihren Inhousejuristen auch keine Steine in den Weg gelegt.

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